Impressum

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Erstausgabe September 2017

Copyright © 2017, dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH

Made in Stuttgart with ♥

Alle Rechte vorbehalten

ISBN: 978-3-96087-241-2
Taschenbuch-ISBN: 978-3-96087-530-7

Coverillustrationen: Antonia Sanker
Covergestaltung: Antonia Sanker
Titeltypographie: Sarah Schemske
Kartenillustration: Antonia Sanker

Lektorat: Janina Klinck

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Sämtliche Personen und Ereignisse dieses Werks sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen, ob lebend oder tot, wären rein zufällig.

Abhänig vom verwendeten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

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Über dieses E-Book

Nym wacht auf und weiß nicht, wer sie ist.
Sie kennt die Geschichte der zwei verfeindeten Länder, dem göttlichen Bistaye und dem gottlosen Asavez. Sie weiß, dass das Mädchen, das ihr das Leben gerettet hat, eine Wahrheitsleserin ist. Sie weiß, dass der Bruder des Mädchens ein notorischer Frauenheld, Offizier in der asavezischen Garde und ein Ikano der Luft ist. Doch sie hat keine Ahnung, wer sie umbringen will, warum sie eine so gute Kämpferin ist und wie ihr richtiger Name lautet. Und es gibt da anscheinend einiges, das sie lieber nicht hätte vergessen sollen … 

Du möchtest mehr über die neue Tetralogie Geheimnis der Götter von Saskia Louis erfahren? Du möchtest über Neuerscheinungen, Aktionen und Gewinnspiele rund um das Thema informiert werden? Außerdem würdest du gerne vor allen Anderen die E-Books aus der Reihe lesen?

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Über die Autorin

Portraet fuer EBookSaskia Louis lernte durch ihre älteren Brüder bereits früh, dass es sich gegen körperlich Stärkere meistens nur lohnt, mit Worten zu kämpfen. Auch wenn eine gut gesetzte Faust hier und da nicht zu unterschätzen ist.

Seit der vierten Klasse nutzt sie jedoch ihre Bücher, um sich Freiräume zu schaffen, Tagträumen nachzuhängen und den Alltag ihres Medienmanagementstudiums in Köln einfach mal zu vergessen.

Mehr zur Autorin findest du auf

www.digitalpublishers.de/autoren/saskia-louis

www.facebook.com/Louis.Saskia/

www.saskialouis.wordpress.com/

Alle Titel von Saskia Louis bei dp DIGITAL PUBLISHERS:

Die Baseball Love-Reihe:

Liebe auf den ersten Schlag (Band 1)

ISBN: 978-3-96087-040-1

Mehr Infos hier

Perfect Game

Die englische Ausgabe von Band 1

ISBN: 978-3-96087-138-5

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Küss niemals einen Baseballer (Band 2)

ISBN: 978-3-96087-054-8

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Spiel um deine Hand (Band 3)

Die Fortsetzung von Liebe auf den ersten Schlag als Novelle

ISBN: 978-3-96087-097-5

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Die Liebe ist (k)ein Spiel (Band 4)

ISBN: 978-3-96087-078-4

Mehr Infos hier

Der große Fang (Band 5)

ISBN: 978-3-96087-080-7

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Die Louisa Manu-Reihe:

Mordsmäßig unverblümt – Ein Fall für Louisa Manu

ISBN: 978-3-94529-872-5

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Mordmäßig verstrickt – Louisa Manus zweiter Fall

ISBN: 978-3-96087-076-0

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Mordmäßig kaltgemacht – Louisa Manus dritter Fall

ISBN: 978-3-96087-126-2

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Prolog

Das grundlegende Gesetz der Bistaye

Die Götter sind das Gesetz.
Thaka waltet Gerechtigkeit.
Valera ist die Stimme der Vernunft.
Tergon steht für den Willen der Vergebung.
Api dürstet nach Vergeltung.
Auf dass das Gleichgewicht gehalten werden möge.

Der Tag, an dem ihr Herz stillstand, war ein warmer Tag.
Die Sonne schien. Die Strahlen spiegelten sich auf der Strömung des Appo, dem Fluss, der das Land der Bistaye und das Land der Asavez voneinander trennte. Es war windstill, und als sie auf das Gewässer hinunterblickte, konnte sie in der Ferne die Jeferabrücke sehen – die einzige Möglichkeit, den Fluss zu überqueren.

Sie hielt ihre Hände in den Taschen. Irgendetwas verhakte sich darin, als sie versuchte, sie herauszuziehen.

Sie war ungeduldig. Sie wartete auf jemanden, doch dieser Jemand verspätete sich. Das war untypisch. Jede Sekunde zählte, das wussten hier alle.

Sie sah das Ufer hinauf und wieder hinab. Die Unruhe verdrängte das Gefühl der Glückseligkeit, das sie in den letzten Tagen erfüllt hatte.

Das Gespräch von gerade stahl sich in ihre Gedanken und ihr Kiefer verhärtete sich.

Wo war er?

Mehr Fantasy
aus unserem Programm

9783960871255_160x256Die Wolfselbin
Susanne Ferolla
ISBN: 978-3-96087-125-5

Auf den Wolfselben lastet große Schuld: Einst ließen sie, dass Kriegsherr Xeres ihre Magie missbraucht und die toten Schatten erschafft. Längst sind die dunklen Zeiten vorbei. Doch im Fundament der Wasserfallstadt Thoran hat einer von Xeres’ Seelenfressern überlebt

Die Wolfselbin Jerelin wächst als Außenseiterin zusammen mit ihrem Menschenbruder Florin auf, dessen Leben ohne die temperamentvolle Wolfselbin trostlos und ohne Träume wäre. Aber ausgerechnet Florin kommt hinter Jerelins Geheimnis ihrer Herkunft. Aus Angst, Jerelin würde das verhasste Dorf verlassen, verschweigt er ihr die Wahrheit. Doch Jerelin schwebt in großer Gefahr – der tote Schatten ist hinter ihr her! Als sich herausstellt, was Xeres’ einstiger Diener in Wirklichkeit ist, muss Florin seine Ängste überwinden. Oder Jerelin und die Welt, wie er sie kennt, sind verloren.

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VI1_150x256pxVampirjägerin inkognito – Bis(s) zum Sieg (Band 1)
Fiona Winter
ISBN: 978-3-96087-052-4
Taschenbuch-ISBN: 978-3-6087-501-7

Amelie ist zwar eine Zauberin, doch mit Vampiren hat sie bisher nie etwas am Hut gehabt. Das ändert sich schlagartig, als der Bund – die mächtigste Vampirjäger-Organisation der Welt – ihr einen Handel vorschlägt: Der Bund will für sie herausfinden, was mit ihrem Kindheitsfreund Christopher, der vor Jahren spurlos verschwand, geschehen ist. Der Haken: Amelie soll im Gegenzug einen ganz besonderen Vampir töten – den ebenso mysteriösen wie attraktiven Lucian.

Um sein Vertrauen zu gewinnen, lässt Amelie sich auf eine bizarre Reise mit dem Vampir ein, beschwört einen nervtötenden Dämon, den sie nicht mehr los wird, und gerät schon bald in einen unerwarteten Gewissenskonflikt …

Rezensionen

„Sie schreibt mit Leidenschaft, die beim Lesen einfach spürbar wird. Die Geschichte beginnt spannend und der Abschluss ist sehr gelungen. Ihr Schreibstil ist toll, das Buch liest sich flüssig und leicht. Eine wunderbare Fantasy-Lektüre, die mir sehr unterhaltsame Lesestunden beschert hat.“ (Lovelybooks)

„Fiona Winters erfrischend lockere Schreibe überzeugt ab der erste Zeile. Es ist keine 08/15-Fantasy-Geschichte, sondern eine spritzige und ausgewogene Mischung aus Romanze, Fantasy und Komödie. Ich bin begeistert von Figuren und Plot.“ (Lovelybooks)

„Die Autorin kann es mit ihrem Roman definitiv mit anderen Romanen dieses Genres, wie von J.R. Ward oder Lara Adrian aufnehmen. Die Geschichte fesselt einen bis zur letzten Minute und ist spannend und witzig geschrieben.“ (Amazon)

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VI2_160x256pxVampirjägerin inkognito – Verfluchte Liebe (Band 2)
Fiona Winter
ISBN: 978-3-96087-139-2
Taschenbuch-ISBN: 978-3-96087-506-2

Als die Freundin eines Vampirs hast du es nicht leicht. Schon gar nicht, wenn Vampire, Zauberer, ein uralter Fluch und allen voran eine eifersüchtige Ex-Vampirfreundin es auf deine Beziehung abgesehen haben. Wenn dann noch ominöse Angreifer deinen neuen Bund torpedieren, bevor er überhaupt zustande gekommen ist, deine beiden besten Freunde Beziehungsprobleme haben – und zwar miteinander – und dein Dämon, der eigentlich schon längst in seine Welt zurückgekehrt sein sollte, ein höchst beunruhigendes Verhalten an den Tag legt, kann das nur in einer Katastrophe enden …

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Rezensionen

„Ich habe mich wieder köstlich amüsiert. Das Buch baut auf dem ersten Teil auf, aber man kann der Handlung auch gut folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat.“ (Lovelybooks)

„Eine wirklich tolle und gelungene Fortsetzung über Verrat, Flüche und einer Liebe, die auf der Kippe steht. Eine tolle Mischung aus Spannung, Action, Witz, Drama und Emotionen! Vor allem die Protagonistin Amelie und ihr sprücheklopfender und unberechenbarer Dämon Sassa geben der Geschichte Schwung und lockern die Stimmung auf. Mir hat es wiederklasse gefallen und ich würde definitiv mehr von der Truppe lesen!“ (Lovelybooks)

„Die Reihe ist auf jeden Fall ihre 5 Sterne wert und wenn ich könnte, würde ich noch viel mehr vergeben! Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!“ (Lovelybooks)

Die Geheimnis der Götter-Reihe geht weiter

9783960872429_256x160Flammen der Befreiung (Band 2)
Saskia Louis
ISBN: 978-3-96087-242-9
Taschenbuch-ISBN: 978-3-96087-531-4

Nym weiß folgende Dinge:
Die Rebellen aus der vierten Mauer befreien zu wollen, ist ein Selbstmordkommando. Levi ist genauso anstrengend wie wunderbar. Und manche Erinnerungen in ihrem Kopf sind nicht ihre eigenen.
Während eine Reihe an Morden Bistaye in Aufruhr bringt und die Göttliche Garde immer engere Kreise um die Gruppe aus Asavez zieht, wird Nym vor allem eins klar: Je mehr sie über ihre wahre Identität erfährt, desto weniger möchte sie wissen …

Neugierig geworden?
Wir wünschen dir viel Spaß bei der Leseprobe!

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Leseprobe

Schweigend liefen sie nebeneinander her, ihre Gesichter von der gnadenlos brennenden Sonne abgeschirmt, der Sand unter ihren Füßen knirschte.

Nym war bereits in Amrie gewesen. Mehrfach. Sie wusste nicht mehr wieso, aber sie wusste, dass sie dort gewesen war.

Sie kannte die flachen Dächer, die nur ab und zu von einer rötlichen Kuppel unterbrochen wurden. Kannte die breiten hölzernen Docks, die vor der Stadt lagen und die sie von hier aus in den Appo hineinragen sehen konnte. Sie war sich auch sicher, dass sie schon einmal den alten, vergoldeten Leuchtturm bestiegen hatte, der einzige, der im großen Krieg nicht niedergetrampelt worden war.

Amrie war eine Stadt aus Sand und Stein. Viele der Häuser waren einmal weiß gewesen, doch mit den Jahren und durch die ständigen Böen, die die kleinen geschliffenen Steine an ihre Außenwände pressten, waren sie vergilbt und versandet. Mittlerweile war ihre Farbe fast nicht mehr von dem Boden zu unterscheiden. Die Häuser schienen einfach aus dem Sand emporzuwachsen.

Entgegen der sonstigen Vorliebe der Götter umgab Amrie keine Mauer, was Nym zugegebenermaßen doch etwas wunderte. . Es gab zwar ein Tor, das in das Herz der Stadt führte, doch dieses war eher symbolisch, als dass es tatsächlich eine Funktion erfüllte.

Kutschen fuhren an Levi und Nym vorbei. Eine, fünf, fünfzehn – irgendwann hörte Nym auf zu zählen. Der Hafen Amries, der sich von den alten Docks aus immer weiter an das nördlicher gelegene Ufer der Stadt verlagert hatte, war der einzige, der Bistaye mit Waren von außerhalb der Sieben Mauern belieferte. Von Wein, Gewürzen und Lebensmitteln über Teppiche bis zu Nutztieren war alles dabei. Hundertzweiundzwanzig Kutschen verließen und erreichten die Stadt im Durchschnitt pro Tag. Die meisten davon nutzten das Osttor und die direkte Verbindung in die Vierte Mauer, um ihre Waren ans Ziel zu bringen. Nur wenige der importierten Dinge fanden überhaupt den Weg in die Äußeren Mauern.

Eine Gruppe Soldaten ritt an ihnen vorbei, und automatisch sah Nym auf den Appo und die Schiffe hinaus, die sie in einiger Entfernung anlegen und wieder ablegen sah. Erst als das Hufgetrappel verstummt war, richtete sie ihren Blick wieder nach vorne und merkte, dass Levi es ihr gleichgetan hatte.

Sie sahen sich kurz an, bevor Nym ihren Blick hastig auf die Rücken der Soldaten heftete, die schließlich zwischen den steinernen Festen des Tores verschwanden. Der Eingang konnte nun keinen Kilometer mehr von ihnen entfernt sein. Die hohen Steintürme waren bereits mit roten Tüchern umschlungen. Das durften die ersten Vorbereitungen für das Fest der Götter sein, das in ein paar Tagen stattfinden würde. 

Doch Nyms Gedanken waren immer noch bei den Soldaten. Unvermeidlich dachte sie an die Augen derjenigen zurück, die sie bei der versuchten Durchsuchung der Kutsche zurechtgewiesen hatte. Was sie beunruhigte, war nicht der Respekt in ihren Augen gewesen, sondern die Angst. Als könnte sie ihnen wehtun, wenn sie ihr nicht gehorchten.

Sie fragte sich, ob sich ein Mensch durch den Verlust seiner Erinnerung so sehr verändern konnte. Sie empfand keinen Spaß oder gar Genugtuung bei dem Gedanken daran, dass andere Angst vor ihr haben könnten. Aber konnte es sein, dass es eine Zeit gegeben hatte, in der es ihr gefallen hatte? Dass sie dieses Gefühl der Macht nicht nur als praktisch angesehen, sondern auch genossen hatte?

Aber vielleicht war das auch alles Blödsinn. Vielleicht hatten die Soldaten sie verwechselt.

Na ja. Das zu denken war vielleicht noch blödsinniger.

„Was glaubst du, wer ich war, Levi?“ Sie hatte die Frage gestellt, bevor ihr bewusst wurde, dass ihr die Antwort wichtig war. Ihre Worte waren kaum ein Flüstern gewesen, aber aus den Augenwinkeln konnte sie sehen, wie ein Muskel an seinem Kiefer zuckte. Er hatte sie gehört.

„Mich interessiert nicht, wer du warst, Nym. Das sagte ich doch bereits. Ich denke, dass du zumindest irgendetwas mit der Göttlichen Garde zu tun haben musstest – und das sollte auch dir jetzt klar sein. Doch solange ich mir sicher sein kann, dass du jetzt hinter mir stehst, dass du jetzt jemand anderes bist, ist es mir egal. Bist du jetzt jemand anderes, Nym?“

Ihre trockenen Lippen schienen aufeinanderzukleben. Sie hatte keine Antwort auf diese Frage.

„Jemand anderes als was, Levi?“, murmelte sie, die Kapuze leicht von ihrer bereits verschwitzten Stirn hebend. „Wie soll ich die Frage ehrlich beantworten, wo ich doch nicht weiß, wer ich mal gewesen bin? Ich kann nicht mehr sagen, als dass ich euch helfen will, die Rebellen aus der Vierten Mauer nach Asavez zu geleiten.“

Ein Lächeln huschte über Levis Züge, und zu gerne hätte Nym gesehen, ob es seine Augen erreichte, doch die waren im Schatten unter der Kapuze verborgen.

„Das reicht mir“, stellte er fest. „Mehr kann ich wohl von keinem Mitglied unserer Gruppe verlangen.“

Sie nickte leicht, doch wusste nicht, ob sie genauso dachte. Vielleicht lag Levi falsch. Vielleicht sollte er mehr von der Gruppe verlangen.

Eine Windböe erfasste sie und Nym konnte sehen, wie Levi kaum merklich die Hand hob, sodass der ihnen entgegenschlagende Sand ihre Gesichter nie berührte. Ein paar Minuten später liefen sie durch das hohe Steintor, durch das sich trotz der Tatsache, dass zu beiden Seiten eine freie Fläche war, die man hätte durchqueren können, überraschend viele Menschen drängten.

Levi hatte recht behalten. Mit ihren großen Kapuzen und den weiten Umhängen fielen sie nicht im Geringsten auf. Entweder  waren Schleier der neueste Modetrend in Amrie oder aber die Leute wollten lieber anonym bleiben und den Vorurteilen gegenüber den Mauern entkommen. Unter einem weiten Mantel konnte sich ein Bettler verbergen, doch hier würde er nicht anders behandelt werden als ein Adliger. Nun gut, wenn er kein Geld hatte, dann wahrscheinlich schon.

Levi lief geradeaus weiter, folgte schlicht der Menge und Nym wusste, wohin die gerade Hauptstraße führen würde.

Auf Amries Marktplatz, den größten in Bistaye. Der perfekte Ort, um etwas zu stehlen.

„Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, noch eine Karte der Inneren Mauern zu stehlen“, murmelte Levi, den Kopf gesenkt.

Von der Idee her war das nicht dumm, nur … „Ich habe eine Frage, Levi. Warum stehlen wir nicht einfach Geld und benutzen dann dieses Geld, um den Rest zu kaufen?“

„Das könnten wir tun, aber je weniger Leute uns sehen, desto besser.“

„Und wie hast du vor, Kleidung, Geld und eine Karte unter deinem Umhang zu verstecken, ohne dass es auffällt?“

Er schnaubte. „Glaub mir, ich hab schon sperrigere Sachen gestohlen. Das sollte kein Problem sein. Warum, glaubst du, sind die Umhänge so weit? Zur Not dränge ich sie einfach dir auf und du tust so, als würdest du ein Kind erwarten. Wir sind eine glückliche, kleine Familie!“

Nym musste sich stark am Riemen reißen, um nicht in lautes Gelächter auszubrechen. „Natürlich. Wir zwei sind das Bild einer puren Idylle!“

„Wer sagt, dass eine glückliche, kleine Familie idyllisch sein muss?“

„Ich glaube so ziemlich jeder.“

„Dann hat so ziemlich jeder keine Ahnung davon, was man braucht, um glücklich zu sein.“

Überrascht über den Biss hinter dieser Aussage hob Nym den Kopf, um Levi anzusehen. „Und du hast Ahnung davon?“

Er erwiderte ihren Blick nicht, und Nym hatte das vage Gefühl, dass Levi froh darum war, dass sie sein Gesicht nicht erkennen konnte. „Ich kann dir nur sagen, dass diejenigen, die sagen, ihr Leben sei idyllisch, alles, aber nicht glücklich sind.“

„War das bei deiner Familie so?“ Die Frage war Nym herausgerutscht, bevor sie weiter über dessen Bedeutung nachdenken konnte.

Levi antwortete nicht, sondern nickte nach vorne und murmelte: „Wir sind da.“

Ein Meer aus Ständen erstreckte sich vor ihnen, jeder mit einem bunten Tuch überdeckt. Doch die Tücher spannten sich nicht nur über die Marktbuden, sondern auch über die Wege, die dazwischen herführten, und spendeten den Einkäufern so Schatten. Und hier gab es Massen an Menschen, die Schatten für sich beanspruchten. Männer mit Turbanen und verschleierte Frauen, Mädchen, die kaum mehr als einen Fetzen Stoff trugen. In Mäntel und Umhänge gehüllte Gestalten und Menschen, die ihr Gesicht jedem zeigten, der es nicht sehen wollte. Das Gemurmel der Menge vermengte sich mit dem Geschrei der Verkäufer, und wenn Nym zu lange an eine Stelle sah, dann schien die Umgebung zu einem Meer aus unscharfen, sich bewegenden Farbflecken heranzuwachsen.

Verkauft wurde alles. Von Fisch, der die Luft mit Salz zu füllen schien, über Tonkrüge bis zu Unmengen an Teppichen, Stoffen und sogar Tieren. Nym erhaschte einige Blicke auf Vierbeiner, die sie glaubte noch nie in ihrem Leben gesehen zu haben. Ziegen, die den Schweif und die Mähne eines Pferdes zu zieren schien, und gehörnte Katzen, die einen Schrei ausstießen, sobald sie ihre kleinen Mäuler öffneten. Nicht weit zu ihrer Rechten konnte sie sogar einen Kräuterstand sehen, der, wenn sie sich nicht täuschte, verbotene Mixturen verkaufte. Sie betrachtete ein Fläschchen, das mit einer hellvioletten Flüssigkeit gefüllt war, und sofort schoss ihr ein Schwall an Informationen in den Kopf. Literio – der leise Tod. Gewonnen aus einer Pflanze, deren Stachel bei bloßer Berührung töten konnten. In dieser verflüssigten Form jedoch dauerte es einige Wochen, bis es sich durch das gesamte System des Opfers gefressen hatte. Leiser Tod hieß es deswegen, weil man die Symptome kaum als solche erkannte. Man sprach sie einer allgemeinen Konzentrationsschwäche und zu hoher Belastung zu und nicht etwa dem Gift. Die Muskeln wurden schwer, während das Gift das Blut des Opfers verseuchte, und anfing, die Organe zu lähmen. Das Gift verursachte Gleichgewichtsstörungen. Kleine Kreislaufzusammenbrüche. Halluzinationen, die an Träume erinnerten, die die dunkelsten Ängste hervorbrachten – die furchtbarsten Erinnerungen des Unterbewusstseins. Doch ansonsten ging es einem wunderbar – bis es zu spät war, man sich nicht mehr richtig bewegen konnte und man langsam und still, wenn auch schmerzlos starb. Bis zum heutigen Tag, war kein Gegengift bekannt.

Nym schüttelte sich. Auf manche Informationen aus ihrem Kopf konnte sie wirklich verzichten. Zeit, über etwas anderes nachzudenken.

„Wie gehen wir vor?“ Sie versuchte zu flüstern, doch verstand ihre eigene Stimme in dem Lärm nicht. Deswegen wiederholte sie die Worte in normaler Lautstärke, ihren Kopf fast an Levis Wange gepresst.

Levi legte einen Arm um sie, vielleicht damit es nicht allzu merkwürdig aussah, wenn sie ihre Köpfe so nah aneinandersteckten. Es war Nym auch egal – nicht egal war ihr allerdings, dass ihr Körper ihr zuflüsterte, dass er sie doch noch ein wenig enger an sich ziehen solle. Ihr Körper erinnerte sich sofort an den Abend vor ein paar Tagen, an dem er so eng an Levis gepresst gewesen war, dass keine Luft mehr zwischen sie gepasst hatte.

„Wir suchen einen Stand, der alles zu bieten hat, was wir brauchen … und wie wäre es dann mit einer deiner feurigen Einlagen?“

„Einer meiner feurigen Einlagen?“ Nym konnte eines von Levis Messern gegen ihre Hüfte drücken spüren.

„Mach einfach irgendwo ein Feuer – nah genug natürlich – und lenk so die Leute ab. Nur zur Sicherheit, damit ich auch wirklich nicht erwischt werde.“

„Hast du Erfahrung im Stehlen?“

„Du meinst außer Herzen?“

Oh Mann. Er war wirklich ein Idiot. „Schön. Improvisieren wir einfach.“ Nym hatte das Gefühl, dass das ohnehin Levis Stärke war.

„Exzellente Idee.“ Er ließ seinen Arm fallen und dirigierte sie mit einem leichten Schulterstoß von der Hauptstraße weg, zwischen einem Vieh- und einem Tonhändler hindurch.

Sein Blick schweifte zwischen den Ständen hin und her, bis er endlich gefunden zu haben schien, was er suchte. Auch Nym erkannte eine gute Möglichkeit, wenn sie sich bot.

Zu ihrer Rechten stand ein Schmuckhändler – der höchstwahrscheinlich eine Menge Geld in seiner Kasse und in seinem Beutel hatte –, während genau neben ihm ein weiterer Händler Kleidung verkaufte. Von Adelskleidung bis zu einer ledernen Rüstung besaß er alles, was irgendwer sich jemals hätte wünschen können. Eine Karte von Bistaye war nicht zu entdecken, aber die könnte man auch noch woanders herbekommen.

„Darf ich mir wenigstens aussuchen, was du für mich klaust?“, fragte Nym leise und tat so, als würde sie sich etwas von dem Schmuck ansehen.

Sie konnte Levi leise lachen hören. „Aber wo wäre denn da der Spaß? Ich wette, so ganz in Leder siehst du gut aus.“

Er beäugte die lederne Kampfausrüstung, die so eng an Nyms Haut anliegen würde, dass ihr sicher das Atmen schwerfallen würde. „Hast recht. Damit würde ich bestimmt nicht auffallen.“

Sie konnte Levi unter der Kapuze breit grinsen sehen. „Ich werde schon was Passendes finden. Der Stoffhändler hinter dir … ich glaube, ihn würde es nicht allzu sehr treffen, wenn ein paar seiner Stoffe verbrennen.“

„Er wird in Panik ausbrechen. Er wird sich das plötzliche Feuer nicht erklären können.“

„Ein bisschen Panik wäre für unsere Zwecke gar nicht blöd. Aber gib mir etwas Zeit, Kleider herauszusuchen.“

Nym legte den Kopf schief und tat so, als würde sie sich für einen blauen Edelstein interessieren, der direkt vor ihr lag. „Woher soll ich wissen, wie lange du zum Aussuchen brauchst? Deine modische Zielsicherheit wage ich anzuzweifeln.“

Schnaubend zwickte Levi ihr in die Seite. „Genug mit den Beleidigungen. Warte ein paar Minuten. Das wird schon klappen.“

So langsam aber sicher ging Nym Levis Einstellung auf die Nerven. Bei ihm „klappte schon alles“ und „würde schon hinhauen“. Nur weil er mehr Glück als Verstand hatte, hieß das nicht automatisch, dass alles, was er anfasste, funktionierte. Ein bisschen Planung würde ihm manchmal guttun. Vielleicht musste er einfach mal ordentlich auf die Nase fallen, damit er aufwachte. Das aber am besten nicht, wenn irgendwer anderes gefährdet war. Sie zum Beispiel.

Trotz einiger kalter Fäuste, die sich durch ihren Magen zu arbeiten schienen, folgte Nym Levis Anweisung und trat von dem Schmuckstand zu dem gegenüberliegenden Tisch, auf dem Stoffe ausgelegt worden waren.

Nym fuhr mit der flachen Hand über die verschiedenen Muster und Fasern, während ihre Augen über die kleinen Schilder huschten, die dem Kunden angaben, um was für Stoffe es sich handelte. Sie lief zum äußersten Tisch, auf den ein Streifen Sonne durch die oberen Tücher fiel.

Wie viel Zeit war jetzt wohl schon vergangen? Und wie viel Kleidung wollte Levi stehlen? Für sie alle auf einmal? Oder wollte er noch ein anderes Mal losziehen?

Ihre Finger glitten über die Schilder, bis sie auf dem obersten hängen blieben.

Hundert Prozent Schafswolle stand darauf.

Das war perfekt. Wolle brannte, aber nicht so gut, dass der Schaden zu groß werden würde. Außerdem ging sie schnell in Flammen auf, löschte sich aber fast wieder von selbst. Sie würde nicht allzu viele andere Stoffe mit dem Feuer anstecken.

Sie wartete noch einige Augenblicke, sah sich verstohlen zu ihren Seiten um, wo Kunden angestrengt damit beschäftigt waren, die Preise hinunterzufeilschen.

Sie könnte eine Ecke ankokeln, weiterlaufen und von dort aus die Flammen weiter vorantreiben. Wenn erst einmal ein Feuer brannte, konnte sie es beliebig kontrollieren.

Sie legte einen Finger an die Kante des Stoffes, ließ sie ihr Blut heiß werden, bis sie das vertraute Brennen unter ihrer Haut spürte und der erste, schüchterne Funke übersprang.

Es gab nur ein Problem.

Der Händler musste gelogen haben … Der Stoff schien zu mindestens neunzig Prozent aus Papier zu bestehen! Zumindest ging der Stoffballen so enthusiastisch in Flammen auf, dass Nym erschrocken einen Schritt zurück machte. Sie wollte die Flammen etwas eindämmen – hatte aber nicht mit dem heftigen Windstoß gerechnet, der vom Meer her zwischen den Ständen hindurch wehte.

Ja, sie konnte Feuer kontrollieren … aber nur, wenn ihr die Natur nicht hineinpfuschte!

Sie drängte sich zurück in die Menschenmenge, die angefangen hatte durcheinanderzuschreien und vor dem Feuer zurückzuweichen, das durch den Wind auf eines der Tücher, die sie überdachten, übergegangen war. Innerhalb von Sekunden waren zwei weitere in Brand gesteckt, während die Standbesitzer schreiend unter ihnen hinwegtauchten – und dann deutete plötzlich jemand in ihre Richtung.

„Sie war es! Sie, im dunklen Umhang!“

Panik flutete ihre Brust, doch bevor sie darüber nachdenken konnte, was sie tun sollte, legte sich eine Hand um ihren Oberarm und riss sie mit einem kräftigen Ruck fast von den Füßen. „Jetzt ist der Moment, in dem wir abhauen sollten!“, konnte sie Levi in ihr Ohr knurren hören, und das musste sie sich nicht zweimal sagen lassen.

Seine Hand fand ihre und mit den Schultern voran drängte er sich durch die Menge. Die meisten Menschen waren so verwirrt und in den Bann des Feuers gezogen, dass sie einfach nur stur stehenblieben und die Flammen angafften. Die Schreie der vereinzelten Händler, die Nym als die Schuldige erkannt hatten, gingen in den verängstigten und gleichzeitig faszinierten Rufen unter und keiner ihrer Verfolger  schaffte es, sich erfolgreich zu ihnen vorzukämpfen.

Immer mehr Menschen drängten ihnen entgegen auf das Feuer zu, wollten sehen, woher der Aufruhr und der dichte schwarze Rauch kamen. Levi warf keinen Blick zurück, er lief weiter, tauchte mit ihr in der Menge unter und verschmolz mit der Masse.

„Denkst du nicht, du hast es etwas übertrieben?“, knirschte er durch die Zähne hindurch, während sie auf das Ende des Marktplatzes zusteuerten.

„Du sagtest: Mach ein Feuer!“, wehrte sie sich sofort.

„Ja! Ein niedliches, kleines Feuer, zu dem die Menschen hinschauen. Kein Waldbrand!“

„Ich hätte es kontrollieren können, aber das wäre zu auffällig gewesen. Da war der Wind, und wenn ich angefangen hätte, mit den Armen rumzufuchteln und konzentriert das Feuer anzustarren, hätte sofort jeder gewusst, dass ich eine Ikano bin. Es war Pech!“

„Natürlich. Du …“

„Dort hinten!“, brüllte jemand und das Geräusch von klirrendem Metall drang an Nyms Ohren. Das Geräusch, das ihr genauso vertraut schien wie die Linien auf ihrer Handinnenfläche. „Schwarzer Umhang! Schwarze Kapuze!“

„Scheiße!“, fluchte Levi laut und fing an zu rennen.

Ornament

Flammen der Befreiung – Band 2 aus der Reihe Geheimnis der Götter – ist ab 25.12.17 in allen Online-Shops erhältlich.

Du möchtest mehr über die neue Tetralogie Geheimnis der Götter von Saskia Louis erfahren? Du möchtest über Neuerscheinungen, Aktionen und Gewinnspiele rund um das Thema informiert werden? Außerdem würdest du gerne vor allen Anderen die E-Books aus der Reihe lesen?

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Die Baseball Love-Reihe
von Saskia Louis

BL1_160x256pxLiebe auf den ersten Schlag (Band 1)
Saskia Louis
ISBN: 978-3-96087-040-1
Taschenbuch-ISBN: 978-3-96087-545-1

Luke hat ein Problem. Die Presse denkt, er ist ein Womanizer und das findet das Management des Baseballspielers überhaupt nicht lustig. Eine prüde, langweilige und durchschnittliche Freundin muss her … und wer würde sich da besser eignen als die süße, deutsche Eventplanerin, der ‚normal‘ und ‚langweilig‘ praktisch auf die Stirn geschrieben steht?

Emma hat kein Problem. Bis sie von ihrer Firma nach Philadelphia versetzt wird und sie ausgerechnet ihrem einzigen One-Night-Stand über den Weg läuft. Dass der Kerl berühmt und reich ist, hat er bei der letzten Begegnung wohl vergessen zu erwähnen. Und dann kommt er auch noch mit der wahnwitzigen Idee um die Ecke, sie solle seine Freundin mimen, damit er sein Image aufpolieren kann. Natürlich wird sie das nicht tun. Doch der Mann hat einfach ein paar richtig gute Argumente …

Rezensionen

„Ein herrlich sympathischer Roman mit wundervollen Charakteren. Ich garantiere euch, dass ihr ihn nicht weglegen wollt‘ und ihr quasi ständig ein Lächeln auf den Lippen haben werdet.“ (Lovelybooks)

„Das Buch ist eine perfekte Mischung aus Romantik und Humor. Mir ist das Herz geschmolzen und ich musste mehrmals laut lachen. Ich will mehr von dieser Reihe!!!“ (Was liest du?)

„Empfehlen möchte ich dieses Buch allen, die eine lockere Sommerlektüre suchen. Es geht um Liebe, es geht um Drama und vor allem geht es darum, dass man über seinen Schatten springen und auch einmal etwas wagen sollte. Das Buch macht definitiv süchtig auf mehr und ich hoffe, dass es bald eine Fortsetzung dazu gibt.“ (Amazon)

„Ich habe selten bei einem Buch so gelacht. Es ist unglaublich humorvoll geschrieben.“ (Lovelybooks)

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Ornament

BL3_160x256pxSpiel um deine Hand (Band 3 – Die Fortsetzung von Liebe auf den ersten Schlag als Novelle)
Saskia Louis
ISBN: 978-3-96087-097-5
Taschenbuch-ISBN: 978-3-96087-549-9

Eigentlich sollte ein Heiratsantrag nicht so schwer sein. Das denkt sich Emma zumindest. Warum zum Teufel braucht Luke dann so lange, um ihr die eine Frage zu stellen? Den Ring hat sie doch sowieso schon gefunden.

Lukes Plan ist simpel: Er fragt Emma, ob sie seine Frau werden will, sie sagt ja. Doch er hätte ahnen sollen, dass selbst die unkompliziertesten Dinge bei einer Frau wie Emma nicht leicht sind. Und ab einem gewissen Punkt hilft auch kein Kuss unter’m Mistelzweig mehr …

Rezensionen

„Ich mag Saskias Bücher sehr, sie schreibt mit Herz ohne dabei ins Kitschige abzurutschen und überzeugt mich immer wieder neu. Jede Seite bietet Spannung und einen tollen Humor, der einfach unschlagbar ist.“ (Amazon)

„Hier hat Saskia Louis wieder eine großartige Fortsetzung geschrieben, die mich schon auf den nächsten Band hibbeln lässt.“ (Lovelybooks)

„Eine wunderschöne und sehr romantische Novelle, mit tollen Charakteren. Versprüht Glücksgefühle. Für jeden Romantiker ein Muss.“ (Lovelybooks)

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BL2_160x256pxKüss niemals einen Baseballer (Band 2)
Saskia Louis
ISBN: 978-3-96087-054-8
Taschenbuch-ISBN: 978-3-96087-546-8

Kaylie hat nur zwei Regeln. Schlage jeden, der dich Masseuse nennt, und date niemals einen Baseballstar. Auf Sportler kann man sich nicht verlassen. Das hat die Physiotherapeutin bereits früh gelernt und sie wird ihre Regeln nicht brechen. Schon gar nicht für einen gewissen Spieler, der sich ihr als Patient aufdrängt.

Dexter hat keine zwei Regeln. Eher Richtlinien. Erstens: Sein Leben kann erst beginnen, wenn seine Schwester ihres auf die Reihe bekommt. Zweitens: Er hat keine Affären. Doch bei einer Frau wie Kaylie möchte er wirklich nicht an seine Schwester denken und eine Affäre erscheint ihm plötzlich auch immer verlockender …

Rezensionen

„Ich konnte mich gut in die Geschichte einlesen, hatte das Gefühl direkt im Geschehen zu stehen und „nach hause“ zu kommen, denn schon im ersten Band sind mir sämtliche Charaktere ans Herz gewachsen.“ (Lovelybooks)

„Ein lesenswertes Vergnügen voller Humor, Romantik und Emotionen. Daumen hoch.“ (Was liest du?)

„Saskia schreibt mit Leidenschaft die spürbar wird beim Lesen und mit wirklich großartigen Humor. Jede ihrer Figuren hat ihre eigene Geschichte und man lebt sie förmlich mit. Dabei wirkt ihre Geschichte an keiner Stelle zäh oder langweilig. Im Gegenteil, man hat großen Spaß ihre Geschichte zu lesen. Ich konnte an mancher Stelle herzhaft lachen, an anderer Stelle war ich tatsächlich zu Tränen gerührt. Einfach eine ganz tolle Mischung.“ (Lovelybooks)

„Ich weiß mittlerweile gar nicht mehr, wie Charaktere noch besser werden können. Emma, Protagonistin des ersten Teils war ein wundervoller Charakter, aber Kaylie? Perfekter geht’s gar nicht mehr. Sie hat mich so oft beeindruckt und zum Lachen gebracht, ich liebe sie.“ (Lovelybooks)

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BL4_160x256px Die Liebe ist (k)ein Spiel (Band 4)
Saskia Louis
ISBN: 978-3-96087-078-4
Taschenbuch-ISBN: 978-3-96087-550-5

Chloe O’Connor ist ziemlich sicher, dass sich ihr Leben gegen sie verschworen hat. Sie hasst ihren Job, sie hasst ihre Wohnsituation und alles, was sie anfasst, scheint in einem riesigem Chaos zu enden. Doch sie hat einen Plan: Sie wird ihren Collegeabschluss machen, aus der Wohnung ihres Bruders ausziehen und keine dummen Entscheidungen mehr treffen. Und der PR-Agent Sam ist eine, die sie nicht wiederholen wird.

Sam Parker hat alles erreicht, was er sich je erträumt hat – und die Opfer, die er dafür bringen musste, sind es ihm wert. Er hat kein Problem damit, als ‚der Eisklotz‘ bekannt zu sein, denn Emotionen sind unordentlich und Chaos kann er nicht gebrauchen. Eigentlich gab es in seinem Leben ohnehin nur eine Person, die seine hart angeeignete Kontrolle je auf die Probe gestellt hat. Und solange er Chloe aus dem Weg geht, kann nichts schiefgehen …

Rezensionen

„Herzerwärmende Story trifft auf witzige und packende Dialoge! Eine großartige Kombi! Ich kann alle Bücher nur empfehlen! Aber Achtung: Suchtgefahr!“ (amazon)

„Dieses Buch schickt einen auf eine Achterbahn der Gefühle.“ (Lovelybooks)

„Mein Fazit: Band vier hat meine Erwartungen letztendlich übertroffen, es war nicht nur eine Liebesgeschichte die mich zum Schmunzeln und Lachen brachte, die Geschichte hatte einen ernsten Hintergrund und das Aufarbeiten der Vergangenheit führte nicht nur bei Sam und Chloe zu Tränen.“ (Lovelybooks)

„Saskia Louis hat eine tolle Baseball Welt erschaffen und ich freue mich immer wieder, in diese hinein tauchen zu dürfen. Die Protagonisten sind alle liebenswert und man erlebt auch weiterhin die Paare, die sich schon gefunden haben. Das ganze hat etwas familiäres. (…) Es ist immer wieder ein Erlebnis und ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band.“ (Lovelybooks)

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BL5_160x256pxDer große Fang (Band 5)
Saskia Louis
ISBN: 978-3-96087-080-7
Taschenbuch-ISBN: 978-3-96087-524-6

Ryan Hale hat alles. Geld, gutes Aussehen, seinen Traumjob – und ein gesundes Misstrauen gegenüber Frauen, denn der Catcher weiß aus Erfahrung, dass seine Freundinnen auf kurz oder lang alle verrückt werden. Alles, was er möchte, ist eine Frau, die ehrlich ist. Eine Frau, die weiß, was sie will.

Grace Hayden weiß nicht, was sie will. Sie möchte ihre Vergangenheit hinter sich lassen, aber nicht vergessen. Sie möchte die Beziehung zu ihrem Vater aufrechthalten, aber sich nicht unter Druck setzen. Sie möchte erfolgreich sein, aber sich nicht selbst verlieren. An diesem Punkt in ihrem Leben war sie schon einmal und dorthin möchte sie nicht mehr zurück. Zumindest bei Ryan weiß sie, dass er nur ein guter Freund ist. Aber wenn sie genauer darüber nachdenkt, dann ist sie sich da auch gar nicht so sicher …

Rezension

„Wie immer ein amüsanter und zum Lachen anregender Liebesroman mit der genau richtigen Portion Tiefgang und Ernsthaftigkeit! Freue mich schon jetzt auf eine Fortsetzung.“ (Lovelybooks)

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Für Marie, meine allererste Leserin

Kapitel 2

Zweites Gesetz der Bistaye

Ein Ikano – ein Mensch, der die Kraft der Luft, des Wassers, der Erde oder des Feuers besitzt – hat sich bei dem Herrn seiner Mauer zu registrieren und der göttlichen Garde beizutreten. Ihm wird eine besondere Stellung innerhalb der Familie und der Gesellschaft eingeräumt. Nachdem er der Garde für fünf Jahre gedient hat, steht es ihm frei, eine andere Beschäftigung zu wählen. Ikano auf Seiten der Asavez stellen eine Bedrohung dar. Auf jeden Kopf ist eine Belohnung in Höhe von 2000 Nomis ausgesetzt.

Sie hatte keine Angst verspürt, als sie die beiden jungen Männer aus dem Wald spazieren sah. Warum, wusste sie nicht. Ihr war nur eines klar gewesen: Sie waren keine Gefahr für sie.

Sie wusste, wer Levi war. Sie wusste, wer Rojan war. Sie wusste sogar, dass Aliri, das Mädchen, das offenbar ihr Leben gerettet hatte, nicht irgendein normales Mädchen war.

Sie wusste, wo sie war, und hundert Möglichkeiten taten sich in ihrem Kopf auf, wie sie aus dem Wald heraus zum Appo finden würde. Sie wusste, dass der Dolch, den Levi ihr abgenommen hatte, wertlos war, und dass es nicht der Dolch war, mit dem sie es sonst vorzog, zu kämpfen. Sie konnte bis auf den Quadratzentimeter genau sagen, wie groß der asavezische Laubwald war.

Ihr Kopf war mit lauter Informationen gefüllt.

Aber die wichtigsten suchte sie vergebens.

Sie wusste nicht, wie sie hieß. Sie wusste nicht, wer sie war und was sie normalerweise tat. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wie sie hierhergekommen war und warum sie beinahe gestorben war. Sie wusste, was sie in einem Spiegel sehen würde, doch sie wusste nicht, wer ihre Eltern waren. Der einzige Erinnerungsfetzen war, dass sie am Appo gestanden und auf den Fluss hinausgeblickt hatte. Und danach oder davor? Nichts. Nur ein blankes, leeres Nichts.

Und das jagte ihr mehr Angst ein, als es jeder Soldat der Asavezischen Garde gekonnt hätte.

„Du weißt deinen Namen nicht?“ Liri machte große, dramatische Augen. „Aber … warum?“

„Das weiß ich nicht!“, antwortete sie gereizt. Sie hatte das vage Gefühl, dass sie diese Worte nicht oft in den Mund nahm, und das machte sie umso wütender. „Ich habe keine Ahnung, wer ich bin und was ich hier tue!“

Ro und Levi hatten die Arme verschränkt. „Also, ich weiß ja, dass ihr Frauen gerne mysteriös seid“, bemerkte Levi. „Aber vorzugeben, dass du nicht einmal deinen eigenen Namen kennst, geht etwas zu weit, findest du nicht?“

„Wenn ihr mir nicht glaubt, dann testet es doch selbst“, knirschte sie und streckte Liri auffordernd eine Hand entgegen.

Alle starrten sie mit offenen Mündern an.

Ungeduldig wedelte sie mit ihrer Hand vor Liris Gesicht herum. „Du bist doch eine Wahrheitsleserin, oder nicht?“

Das blonde Mädchen machte große Augen, und ihr Bruder sah nun mehr als gereizt aus. Er hatte die gleichen grünen Augen wie seine Schwester, dafür aber hellbraune anstatt dunkelblonde Haare, die ihm in die Stirn hingen. Er war Zweiter Offizier der Asavezischen Garde und das sah man ihm auch an. So, wie man auch auf den ersten Blick erkannte, dass Rojan ein Kämpfer war – auch ohne das Schwert, das an seinem ledernen Gürtel hing, hätte sie ihn als solchen erkannt. Seine Augen waren braun und seine kurzgeschorenen Haare glänzten rötlich. Er war ihr um einiges sympathischer als sein Freund, der sie nun feindlich betrachtete.

„Woher weißt du, dass Liri eine Wahrheitsleserin ist?“

Sie seufzte laut auf. „Ich weiß es einfach! Keine Ahnung, warum. Ich sehe euch an und weiß Dinge über euch, aber bei mir selbst … keine Ahnung!“

Plötzlich umfasste eine kalte Hand die ihre, die ungewöhnlich warm zu sein schien. „Okay. Sag das nochmal“, sagte Liri bestimmt.

Dankbar lächelte sie das junge Mädchen an. „Ich habe keine Ahnung, wer ich bin“, flüsterte sie. „Ich weiß nicht, wie ich heiße, wo ich herkomme und was passiert ist.“

Kurz kletterte Kälte ihren Arm hoch. Als würden die Finger einer Hand, die in Eiswasser gelegen hatte, ihren Arm hinauffahren. Dann war das Gefühl vorbei und Aliri nickte. Sie ließ die Hand los und wandte ihr Gesicht zu ihrem Bruder. „Es stimmt.“

Levi blinzelte. Einmal. Zweimal. Dann stöhnte er auf und legte sich eine Hand über die Augen. „Na klasse! Es war so klar. Natürlich kann es nicht ein einziges Mal einfach sein. Ich soll Post abholen und stattdessen gabeln wir ein identitätsloses Mädchen auf.“

„Ja, stimmt. Du bist derjenige, der leiden muss“, sagte sie trocken.

Sie konnte sehen, wie Ro sich nur mühsam ein Lächeln verkniff. „Es tut ihm leid. Er kann nicht anders. Er ist einfach manchmal ein Arsch.“

„Danke, Ro!“

„Gerne, Levi. Ich bin immer für dich da.“

„Schön“, sagte Levi und zog seine Hand von den Augen. „Aber es muss doch irgendetwas geben, das du weißt. Ich meine … du kannst doch nicht nur wissen, dass du mich nicht magst.“

„Ich …“ Ihr Herz flatterte, und verzweifelt versuchte sie, Erinnerungen einzufangen, die ziellos in ihrem Kopf hin und her flogen. Was wusste sie über sich selbst? „Ich … bin einundzwanzig. Einundzwanzig Jahre, drei Monate und elf Tage – und ich liebe Erdbeeren? Spargel mag ich überhaupt nicht. Der Appo ist an der breitesten Stelle 18,7523 Kilometer breit. Meine Lieblingsfarbe ist Violett.“

Ro lachte laut auf. „Hauptsache, das Wichtige weißt du noch. Beeindruckend, dass du auf den Tag genau weißt, wie alt du bist, aber nicht, wie du heißt.“

Total beeindruckend. Sie hätte sich einen Ast abfreuen können, wäre der Rest nicht so beschissen gewesen.

Levi schien überhaupt nicht zufrieden mit ihren Angaben. Da waren sie schon zu zweit. „Bist du eine Asavez?“

Sie starrte ihn an und kramte in ihrem Kopf nach weiteren Informationen, doch immer wieder schien sie gegen eine Wand zu stoßen. „Doch, ich glaube schon. Ich müsste eine Asavez sein …“

„Du müsstest eine sein?“

„Ich bin hier, oder nicht?“

„Du könntest auch eine Flüchtige aus den Mauern sein.“

Oh. Natürlich. Sie könnte aus den bistayischen Mauern geflüchtet sein. Viele Bistaye waren in den letzten Jahren von dort nach Asavez geflüchtet – aber ebenso viele waren bei ihrer Flucht der Göttlichen Garde zum Opfer gefallen.

Mhm. Aber nein. Nein. Sie hatte nicht das Gefühl, dass sie weggelaufen war. „Ich glaube nicht, dass ich eine Flüchtige bin.“

„Siehst du Levi, sie ist auf unserer Seite“, sagte Liri zufrieden, und bevor ihr Bruder auch nur blinzeln konnte, hatte sie den Dolch wieder aus seinem Gürtel gezogen und ihn in die Hand der Schwarzhaarigen gelegt.

„Liri!“

„Es ist ihrer! Sie sollte ihn haben. Damit sie sich sicherer fühlt.“

Genau das war der Punkt. Sie fühlte sich sicher. Auch ohne den Dolch hatte sie sich sicher gefühlt.

„Außerdem sollten wir ihr einen Namen geben“, fuhr sie fröhlich fort.

Liri sah die wildfremde junge Frau an, als wäre sie ein Hundebaby, das sie unbedingt adoptieren wollte. Ihr Bruder schien Ähnliches zu denken.

„Liri, sie ist kein Tier. Du kannst ihr nicht einfach irgendeinen Namen geben.“

Das Mädchen schob ihre Unterlippe vor und reckte ihr Kinn. „Ich gebe ihr nicht irgendeinen Namen. Ich gebe ihr einen total durchdachten: Nym.“ Sie blickte lächelnd zu ihr auf. „Weißt du, als Kurzform für Anonym.“

Nym?

Sie hieß nicht Nym. Aber Nym war besser, als nichts.

„… mir gefällt Nym“, setzte auch Ro hinzu. „Es ist zumindest einfacher, als sie für den Rest der Reise liebevoll ‚die Identitätslose‘ zu nennen – nichts für ungut, Levi!“

Sie zuckte die Schultern. Sie brauchte einen Namen, bis sie wieder wusste, welcher ihr eigener war. „Ist okay, wenn ihr mich Nym nennt.“

„Moment!“ Levi hob eine Hand. „Wir nehmen sie mit?“

Liri verdrehte die Augen, als würde ihr Bruder mal wieder überhaupt nichts verstehen. Nym – doch, sie mochte den Namen, er gab ihr zumindest etwas Halt – hätte es Liri gerne gleichgetan. Sie würde ganz sicher nicht einfach hierbleiben. Was dachte sich Levi nur?

„Wir können sie doch nicht einfach hier zurücklassen, Levi!“, bestätigte nun auch Ro ihre Gedanken. „Sie braucht ganz offensichtlich Hilfe.“

Hilfe. Das Wort gefiel ihr nicht. Das Wort kitzelte in ihrem Ohr und ihr Gehörgang schien es sofort wieder ausspucken zu wollen.

„Ich brauche nicht viel Hilfe“, sagte sie deswegen langsam. „Ich weiß ja nicht, wo ihr hinwollt, aber gibt es in Oyitis nicht das Vermisstenregister?“ Irgendwer musste bemerkt haben, dass sie fehlte. Irgendwer, der ihr sagen konnte, wer sie war.

Der Braunhaarige hatte die Lippen aufeinandergepresst und starrte sie regungslos an.

Er traute ihr nicht. Das konnte Nym sehen. Aber das störte sie nicht weiter. Sie traute auch niemandem.

Liri war zu ihrem Bruder gegangen und hatte seine Hand genommen. Sie wirkte merkwürdig klein neben Levi. „Bitte! Wir wollen doch sowieso nach Oyitis zurück. Dahin können wir sie mitnehmen, und vielleicht kann ein Arzt ihr ja wieder ihre Erinnerung zurückgeben.“

Levi wirkte unschlüssig, und Nym war es schleierhaft, wie er sich immer noch wie das Opfer fühlen konnte. Sie war es, die kein Leben hatte!

„Du kommst mit, Nym“, sagte Ro bestimmt und lief um den Altar herum. „Levi hat sowieso kein Entscheidungsrecht. Ich bin der Ältere, ich entscheide. Und wir lassen hier keine Frauen in Not zurück, die irgendjemand offensichtlich tot sehen will.“ Er bückte sich hinter den Steintisch und Nym konnte dumpf hören, wie Geröll aneinander schleifte. Im nächsten Moment tauchte er wieder auf, in seiner Hand mehrere Rollen Pergament. Allesamt versiegelt und mit einer dünnen Schicht Erde überzogen. Hatten sie nicht gesagt, dass sie Post abholen wollten? Das musste diese Post sein.

Nym wagte nicht, zu fragen, um was für eine Post es sich handelte. Dann würde Levi sie womöglich doch noch nachts in den Appo werfen.

Ro ging die einzelnen Pergamente durch und runzelte die Stirn. „Die Nachricht aus Lyrisa fehlt.“ Erneut besah er sich Siegel für Siegel jedes einzelnen Pergaments, bevor er wieder den Kopf schüttelte. „Nein. Sie ist nicht dabei.“

„Vielleicht haben sie sie direkt nach Oyitis geschickt. Die Hauptstadt liegt näher dran als der Altar. Wir haben zumindest keine Zeit, noch zu warten.“ Levi sah in den Himmel, der sich stetig verdunkelte. „Wir sollten noch etwas Fußweg hinter uns bringen, bevor wir für die Nacht anhalten. Ich meine, offensichtlich laufen hier irgendwelche Leute herum, die junge Frauen töten … und jetzt, wo wir plötzlich zu viert sind, brauchen wir vielleicht länger als gedacht.“ Bei diesen Worten warf er Nym einen vielsagenden Blick zu.

Sie ignorierte ihn – einfach, weil der Vorwurf weder Hand noch Fuß hatte. Sie war wohl kaum langsamer als Liri, deren Beine ungefähr so lang waren wie Levis Ellenbogen. Nyms Kopf pochte immer noch und ihre Knie brannten ein wenig, aber sonst fühlte sie sich gut. Dennoch … Fußmarsch?

„Wieso seid ihr nicht auf Pferden hergekommen?“, fragte sie und befestigte den Dolch an ihrer Seite.

Levi verengte seine Augen. „Hast du schon einmal versucht, auf Pferden durch den asavezischen Wald zu reiten?“

„Ich …“

„Nein, lass mich raten: Du weißt es nicht.“

Nym verschränkte ihre Arme und presste die Lippen aufeinander. „Nach Oyitis sind es mindestens anderthalb Tagesmärsche.“