Hilla M. Faseluka

 

MAX & HELGA

Helga trifft Philipp

 

Impressum

Covergestaltung: Matthias K. Maier

Digitalisierung und Druckvorbereitung: Gunter Pirntke

BROKATBOOK Verlag Gunter Pirntke

http://www.brokatbookverlag.de


© 2018 andersseitig.de


ISBN

9783961187041




 

Hinweis

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Inhalt

Impressum

1.KAPITEL

2. KAPITEL

3.KAPITEL

4. KAPITEL

5. KAPITEL

6. KAPITEL

7. KAPITEL

8. KAPITEL

9. KAPITEL

10. KAPITEL

11. KAPITEL

12. KAPITEL

13. KAPITEL

14. KAPITEL

15. KAPITEL

16. KAPITEL

17.KAPITEL

18. KAPITEL

19.KAPITEL

20.KAPITEL

21. KAPITEL

22.KAPITEL

23. KAPITEL

24. KAPITEL

25. KAPITEL

26. KAPITEL

27. KAPITEL

28. KAPITEL

29.KAPITEL

30. KAPITEL

31. KAPITEL

32. KAPITEL

33. KAPITEL

34. KAPITEL

35. KAPITEL

36. KAPITEL

37.KAPITEL

38. KAPITEL

39. KAPITEL

40. KAPITEL

41. KAPITEL

42. KAPITEL

43. KAPITEL

44. KAPITEL

45.KAPITEL

46.KAPITEL

47.KAPITEL

48. KAPITEL

49. KAPITEL

50.Kapitel

51.KAPITEL

52. KAPITEL

53. KAPITEL

54. KAPITEL

55. KAPITEL

56. KAPITEL

57. KAPITEL

58.KAPITEL

59.KAPITEL

60.KAPITEL

61. KAPITEL

62. KAPITEL

63. KAPITEL

64. KAPITEL

65. KAPITEL

66. KAPITEL

67. KAPITEL

68. KAPITEL

69. KAPITEL

70. KAPITEL

71. KAPITEL

72. KAPITEL

 

1.KAPITEL

 

Helga und Max lebten schon drei Jahre zusammen in Helgas Haus und sie waren sehr glücklich. Helga hatte Max von Ali erzählt und Max von Aysha.

„Wir werden uns immer alles erzählen!“, sagten sie.

Das machten sie auch.

Max hatte sein Studium abgeschlossen und unterrichtete an der Universität. Helga war mit ihrem Studium bald fertig, darauf freute sie sich schon sehr.

Es ist aber noch etwas positives in Helgas Leben passiert, ihre Mutter hat eine Spenderniere bekommen und jetzt ging es ihr wieder so gut, dass sie und Helgas Vater eine Reise durch Europa machten. Sie waren schon einen Monat weg. Helga beneidete sie darum. Aber irgendwann würden sie und Max auch eine lange Reise unternehmen.

Den beiden ging es sehr gut, sie unternahmen sehr viel mit Freunden oder allein. Dieses Leben wollten sie noch lange genießen.

Aber, wie es im Leben so ist, es kommt immer anders, als man denkt.

Seit ein paar Wochen ging es Helga nicht gut, ihr war sehr oft schlecht, sie hatte auch keinen Appetit, außerdem war sie immer müde.

„Max, ich muss zum Arzt.“, sagte sie. „Ich muss wissen, was ich hab!“

Max gab ihr Recht.

„Wann gehst du?“, wollte er wissen.

„Morgen, ich hab schon angerufen.“, gab sie zur Antwort.

„Ruf mich an!“, sagte er und gab Helga einen Kuss. „Ich muss gehen, sonst komm ich zu spät!“

Helga nickte, sie ging heute nicht in die Universität, sie musste für eine Prüfung lernen. Aber sie konnte sich nicht konzentrieren, ihr ging es nicht gut. Sie hatte noch nichts gegessen, deshalb wollte sie sich einen Tee und ein halbes Butterbrot machen. Aber als sie aufstand wurde ihr etwas schwindelig, rasch setzte sie sich wieder hin.

„Was ist denn das?“, war sie ratlos.

„Du musst dir keine Sorgen machen.“, sagte Herr Hanfnagel. „Max und dich erwartet ein schönes Abenteuer.“

Helga wurde ratloser.

Was wollte ihr Herr Hanfnagel sagen?

„Wird es schlimmer?“, wollte Helga wissen.

„Nein, nein Kindchen, es wird nur mehr schöner!“, gab er zur Antwort und verschwand wieder.

Helga saß noch immer beim Küchentisch, als das Telefon läutete.

„Servus Mama!“, sagte Helga. „Wie geht’s euch?“

„Uns geht’s gut!“, gab Frau Napoca zur Antwort. „Ich wollt dir nur sagen, wir kommen nicht mehr nach Wien, wir fahren gleich weiter in unser Haus.“

Helga war etwas enttäuscht.

„Aber warum?“, sagte sie. „Ihr könnt doch noch ein paar Tage bei uns bleiben.“

Helga hörte, wie sie mit Herrn Napoca sprach.

„Papa ist einverstanden, wir kommen zu euch, aber nur eine Woche.“, sagte Helgas Mutter.

Damit war auch Helga einverstanden, sie freute sich, dass ihre Eltern zu Besuch kommen. Sie war sehr froh, dass es ihrer Mutter so gut ging und sie wieder nach Hause in die Steiermark ziehen möchten. Helga versuchte weiterzulernen, aber es ging nicht. Helga räumte ihre Sachen weg, und begann zu kochen, dabei konnte sie sich immer entspannen.

Helga kochte eine Gemüsepfanne und als Nachspeise einen Obstsalat. Nachdem sie fertig war, ging es ihr wieder besser, sie räumte den Küchentisch ab und begann wieder zu lernen. Jetzt konnte sie sich konzentrieren und es machte ihr sogar Spaß. Erst als Max nach Hause kam, hörte sie auf.

„Gehts dir besser?“, wollte er wissen und gab ihr einen Kuss.

„Ja, ich hab gekocht, danach gelernt.“, gab Helga gut gelaunt zur Antwort. „Übrigens Mama und Papa kommen am Wochenende, sie bleiben eine Woche und fahren dann wieder nach Hause.“

„Das freut mich!“, gab Max zur Antwort.

Helga schaute ihn fragend an.

Max musste lachen.

„Es freut mich, dass es Mama schon wieder so gut ist, dass sie wieder nach Hause möchte.“, sagte Max. „Ich freu mich, dass sie noch einmal zu uns kommen! Was hast du gekocht?“

„Eine Gemüsepfanne und Obstsalat.“, antwortete Helga.

Gemeinsam deckten sie den Tisch. Max schmeckte alles, aber Helga hatte nicht viel Appetit.

„Du musst etwas Essen!“, sagte Max, er schaute sie besorgt an.

„Das will ich ja, aber wenn ich etwas esse, dann kommt es irgendwann wieder zurück!“, gab Helga verzweifelt zur Antwort.

Max nahm ihre Hand.

„Morgen wissen wir, was du hast.“, sagte er. „Und danach gehen wir essen!“

Helga lächelte.

„Dann wirst aber du alleine essen.“, gab sie zur Antwort. „Ich werd dir zuschauen.“

Max schüttelte den Kopf.

„Vielleicht ist es ja eine gute Nachricht und hast so einen Appetit, du wirst mehr essen als ich!“

„Entschuldige, ich hab mir gerade ein Schnitzel vorgestellt, ich komm gleich!“

Sie stand rasch auf und lief in das Badezimmer. Max blieb ratlos sitzen.

Wie aus dem Nichts stand Herr Hanfnagel plötzlich neben Max.

„Was hat sie nur?“, wollte Max wissen, er nicht überrascht als der gute alte Hausgeist wieder da war.

„Es ist etwas schönes, ihr seid in etwa acht Monaten zu dritt!“, sagte Herr Hanfnagel und begann mit seiner hohen Fistelstimme zu kichern.

Max schaute ihn ungläubig aber sehr glücklich an, auch Herr Hanfnagel war froh, seinen Schützlingen ging es gut. Er winkte Max und verschwand wieder.

Helga kam aus dem Bad, sie sah nicht gut aus.

„Was hast du denn?“, wollte sie wissen, als sie Max sah. „Du siehst aus, als ob du etwas sehr schönes gesehen hättest.“

Max nickte und sagte:“ Du musst wegen morgen keine Angst haben, es wird alles in Ordnung sein.“

Helga schaute in etwas zweifelnd an.

„Weißt du was, du gehst ins Bett, ich räum die Küche zusammen und komm dann auch.“

Helga sagte nichts, sie stand auf und ging ins Schlafzimmer. Nachdem Max in der Küche fertig war, kam er auch zu Helga.

„Ich fahr morgen mit dir zum Arzt.“, sagte Max, nachdem er im Bett lag. Helga war sehr froh darüber, sie legte sich zu Max, beide schliefen sofort ein.

 

 

2. KAPITEL

 

Helga und Max fuhren am nächsten Morgen nach dem Frühstück zum Arzt. Helga war sehr nervös, sie konnte nichts essen und auch nichts trinken.

„Versuch bitte etwas zu trinken, einen Tee.“, versuchte Max sie zu überreden.

„Ich kann jetzt nicht.“, gab Helga zur Antwort.“ Aber ich verspreche dir, ich hab dann einen Riesenhunger und du kannst mich zum Essen einladen!“

Max lachte und gab ihr einen Kuss.

„Dann fahren wir.“, sagte er.

Max hatte kein Auto, deshalb mussten sie mit der Straßenbahn fahren, darüber war Max sehr froh, so konnte er sich entspannen und für Helga da sein.

Auch Helga war glücklich, dass sie nicht alleine fahren musste. Wenn Max bei ihr war, hatte sie keine Angst.

Nach vier Stationen stiegen sie wieder aus, zum Arzt mussten sie nicht weit gehen, die Praxis befand sich in der Nähe der Station.

„Es ist alles in Ordnung!“, sagte Max, bevor sie in die Ordination gingen.

Der Arzt begrüßte sie freundlich, dann untersuchte er Helga, nach einer viertel Stunde war er fertig.

Nachdem Helga wieder neben Max saß, begann der Arzt: „Nun, soweit ist alles in Ordnung...“

„... aber!“, unterbrach ihn Helga.

Max nahm ihre Hand und drückte sie.

Der Arzt lächelte und fuhr fort: „Sie müssen sich am Beginn schonen und etwas Zeit lassen, und bitte nicht zu viel Stress!“

„Herr Doktor können Sie uns bitte sagen, was mit meiner Frau los ist? Ihr ist jeden Morgen schlecht, sie behält nichts, wenn sie etwas gegessen hat, wird ihr schlecht!“, sagte Max ungeduldig.

„Ja, Herr Renal, Frau Napoca, ich gratuliere Ihnen, Sie werden in ungefähr sieben Monaten zu dritt sein, Frau Napoca Sie sind schwanger!“, sagte der Arzt.

Helga und Max konnten nichts sagen, sie waren überwältigt.

„Sie irren sich nicht?“, wollte Max wissen.

Der Arzt schüttelte seinen Kopf.

„Ihre Frau ist hundertprozentig schwanger!“

Jetzt erst begriffen Helga und Max, dass sie bald ein Kind haben werden, die beiden sprangen auf und umarmten sich, danach den Arzt. Nachdem sie sich verabschiedet hatten rannten sie lachend aus der Praxis.

„Du wirst Mama!“, rief Max.

„Und du Papa!“, antwortete Helga. „Jetzt hab ich Hunger!“

„Dann gehen wir essen!“, sagte Max. „Wir können wieder einmal zu Zava gehen.“

Damit war Helga einverstanden, sie freute sich, Zava wieder zu sehen.

Max hielt ein Taxi auf und sagte zu Helga: „Wir sind schneller bei Zava.“

Helga nickte und stieg rasch ein, sie war froh, denn ihr war kalt und wollte nicht mit der Straßenbahn fahren. Im Taxi begann zu rechnen, wann das Baby geboren würde.

„Das gibt’s nicht!“, sagte sie und schaute Max glücklich an.

„Was hast du?“, wollte Max wissen.

„Unser Baby wird an deinem Geburtstag geboren!“, sagte Helga.

„Dann wird niemand seinen Geburtstag vergessen.“, gab Max zur Antwort. „Wir müssen die Geschenke aber nicht teilen.“

 

Helga schaute Max an, sie konnte aber nicht lange ernst bleiben, dazu war sie zu glücklich. Sie begann zu lachen und Max musste mitlachen.

Als sie bei Zava waren und ihm von ihrem Glück erzählt hatten, versprach er etwas Besonderes zu kochen. Max und Helga ließen sich überraschen.

Das Restaurant von Zava sah nicht wie ein typisches Restaurant aus, die Einrichtung war aus unterschiedlichen Tischen, Stühlen und Bänken. Zava hatte sie nicht gekauft, seine Gäste hatten sie mitgebracht und die Sitzgruppen zusammengestellt. Max hatte einige Ausgrabung Stücke für Zava mitgebracht.

Zava hatte aber auch noch ein ungewöhnliches Angebot, Freunde konnten ihre Zutaten mitbringen und er machte daraus ein einzigartiges Menü. Das wussten aber nicht viele und deshalb war Zavas Restaurant ein Geheimtipp.

Helga und Max waren zufrieden und glücklich.

Nach dem Essen kam Zava und gratulierte mit einer Torte.

„Ich wünsche euch für euer Kind alles Gute!“, sagte er. „Natürlich seid ihr immer willkommen!“

Helga bedankte sich.

„Wir laden alle auf eine Runde Torte ein!“, sagte sie.

Darüber freuten sich die Anwesenden sehr und nahmen die Einladung gerne an, sie gratulierten Max und Helga.

„Und wann werdet ihr heiraten?“, wollte Zava wissen.

„Das ist eine gute Frage.“, antwortete Helga. „Wir wissen es nicht.“

„Vielleicht wenn wir schon alt sind.“, gab Max zur Antwort. „Dann sind wir sicher dazu bereit.“

Helga nickte.

„Wir müssen jetzt gehen.“, sagte Max zu Zava. „Danke für dein Überraschungsmenü und die Torte.“

„Es hat mich sehr gefreut, wenn ich euch mit einem Spezial Hochzeitsessen keine Freude machen kann, dann mit einem Taufessen.“

Max und Helga waren damit einverstanden und verabschiedeten sich.

„Möchtest du nach Hause fahren?“, wollte Max wissen.

Helga schüttelte den Kopf.

„Ich hab soviel gegessen und du auch, da sollten wir nach Hause gehen.“, sagte Helga.

„Wie du willst.“, gab Max zur Antwort.

„Ich hab doch nicht so viel gegessen.“, murmelte er und strich sich über den Bauch.

Helga grinste und nahm seine Hand. Nach einer Stunde waren sie zu Hause.

Helga ging es von Tag zu Tag immer besser, die Übelkeit in der Früh war nicht mehr so viel. Sie konnte sich wieder auf ihr Studium konzentrieren, die Prüfungen bestand sie ohne Schwierigkeiten.

Helgas Eltern waren sehr glücklich, als sie von der Neuigkeit erfuhren.

„Das ist ja..., ich werd Großmutter!“, freute sich Frau Napoca, sie umarmte Helga und Max.

Auch Herr Napoca war sehr glücklich, er gratulierte Max.

„Wisst ihr schon was es wird?“, wollte er wissen.

„Nein, das werden wir sehen, wenn es da ist.“, gab Max zur Antwort.

„Das wichtigste ist, es soll gesund sein!“, gab Helgas Mutter zur Antwort. „Ich werd Großmutter!“

Frau Napoca strahlte über das ganze Gesicht.

Endlich waren Helgas Eltern wieder glücklich und zufrieden. Die Woche verging zu schnell.

„Kommt ihr zu Weihnachten wieder?“, wollte Helga wissen.

„Nein, aber ihr kommt zu uns.“, antwortete Helgas Mutter. „Und ihr bleibt dann bis nach Silvester, aber nur wenn ihr Zeit und Lust habt.“

„Wir haben Lust und die Zeit nehmen wir uns.“, gab Max zur Antwort.

Helgas Mutter gab Max einen Kuss, dann ging sie zu Helga.

„Pass auf dich auf und auf den Kleinen.“, sagte sie und strich Helga über den Bauch.

„Ich freu mich schon.“, sagte Helga.

Max brachte Herrn und Frau Napoca zum Bahnhof.

„Es war schön bei euch, aber jetzt freuen wir uns auf unser Haus!“, sagte Herr Napoca.

Max nickte und verabschiedete sich und fuhr wieder nach Hause.

Helga hatte es sich im Wohnzimmer auf der Couch mit einem Glas Milch und einer Käseplatte bequem gemacht, Max setzte sich zu ihr. Gemeinsam schauten sie sich einen Bericht über das Volk der Maya an.

„Das würde ich mir gerne einmal anschauen.“, sagte Max, er legte seinen Arm um Helga. „Ihr kommt natürlich mit!“

„Darauf freue ich mich schon jetzt.“, gab Helga zur Antwort.“ Aber jetzt bin ich müde.“

Sie stand auf und ging in das Schlafzimmer. Max blieb noch im Wohnzimmer, plötzlich musste er an Aysha denken.

„ So ein Blödsinn!“, sagte er.“ Ich bin mit Helga zusammen und wir bekommen ein Kind! Aysha ist schon lange vorbei, sie wird einen anderen gefunden haben!“

Er schüttelte etwas ärgerlich den Kopf und stand auf.

Helga schlief schon, als er ins Schlafzimmer kam.

 

 

3.KAPITEL

 

Der nächste Morgen begann wie jeder andere, Max fuhr in die Universität und Helga lernte für eine Prüfung oder sie fuhr in das Kaffeehaus. Dort arbeitete sie noch immer.

Nachdem Max weg war, fuhr Helga ins Kaffeehaus und arbeitete bis Mittag, danach musste sie in die Uni sie traf sich mit Gitti. Die beiden hatten sich lange nicht gesehen und mussten sie sich alles erzählen, Helga freute sich schon sehr auf dieses Treffen.

Gitti saß schon im Kaffeehaus, als Helga kam.

„Entschuldige, dass ich zu spät komm, aber ich hab noch arbeiten müssen.“, sagte Helga und setzte sich zum Tisch.

„Kein Problem.“, gab Gitti zur Antwort. „Du schaust gut aus!“

Gitti schaute sie fragend an.

„Es ist nicht Ali.“, antwortete Helga. „Aber es ist ein Mann, ein toller Mann, er heißt Max wir kennen uns schon vier Jahre, zusammen sind wir aber erst drei Jahre.“

Gitti nickte und sagte: „Hat er einen Bruder?“

Helga lachte: „Leider nicht und er hat auch keinen gutaussehenden Freund.“

„Kann ich eben nichts machen, außer weiter suchen.“, gab Gitti lachend zur Antwort.

„Du wirst schon den richtigen finden.“, sagte Helga.

Gitti schaute Helga an und versuchte zu lächeln.

„Was hast du gemacht?“, wollte Helga wissen.

„Nichts besonderes, ich hab mein Studium unterbrochen, ich hatte ein größeres Problem mit meinen Eltern.“, begann Gitti zu erzählen.“ Aber jetzt ist alles wieder in Ordnung.“

Helga kannte ihre Freundin und sagte: „Gitti, du lügst.“

Jetzt war Gitti erschrocken.

„Du hast recht! Ich hatte ein Drogenproblem, du kannst dich doch noch an meinen Freund erinnern?“

Helga nickte.

„Durch ihn bin ich in die Szene gekommen, dann war er weg und ich hab es nicht geschafft aufzuhören.“, erzählte Gitti.“ Zum Schluss haben mich meine Eltern hinausgeworfen und ich stand auf der Straße. Aber dann hab ich eine Frau kennengelernt, sie war auch süchtig, und die hat mir geholfen. Jetzt nehm ich nichts, mit meinen Eltern versteh ich mich auch wieder. Es ist alles wieder in Ordnung, jetzt müsste nur noch der Richtige kommen.“

„Der wird kommen.“

„Das du mit deinem Max glücklich bist, ist doch nicht alles.“, sagte Gitti.

„Nein, es wird noch schöner!“

„Jetzt sag bloß du bist schwanger!“

 

 

Als Helga nickte, begann Gitti zu lachen. Die anderen Gäste drehten sich zu den beiden, manche lachten mit, andere schüttelten missgünstig ihre Köpfe.

„Das müssen wir feiern!“, rief Gitti.

Das hatte der Besitzer des Lokals gehört, er kam zu Helga und Gitti.

„Ich hab euer Gespräch gehört und möchte euch einladen. Was kann ich euch bringen?“

„Danke.“, sagte Helga. „Ein Stück Torte und einen guten Kaffee.“
Damit war Gitti einverstanden. Während Helga und Gitti im Kaffeehaus saßen, erhielt Max einen Anruf von der Ägyptischen Botschaft. Der Mitarbeiter wollte wissen, ob die Suche nach Aysha fortgesetzt werden soll.

„Nein.“, gab Max zur Antwort.“ Wenn Sie bis jetzt nichts gefunden haben, dann wird sich auch nichts ändern.“

Der Mitarbeiter bedankte sich und beendete das Gespräch.

Max saß noch bei seinem Schreibtisch und dachte an Aysha.

„Vielleicht hätte ich doch bleiben sollen.“, dachte er.“ Dann hätte ich sie gefunden und wir hätten doch noch heiraten können. So ein Blödsinn, ich bin jetzt mit Helga zusammen und wir bekommen ein Kind! Mit Aysha ist es vorbei, endgültig!“

Entschlossen stand Max auf, nahm seine Tasche und ging zu seiner nächsten Vorlesung.

 

Inzwischen hatten Helga und Gitti ihr Kaffeekränzchen beendet. Helga wollte gehen, als sie Max traf.

„Was machst du hier?“, war Max überrascht.

„Ich hab mich mit Gitti getroffen.“, gab Helga zur Antwort, sie war ein bisschen über die Reaktion von Max überrascht.

Max nickte und sagte: „Ich muss zu meiner Vorlesung.“

Er gab ihr einen Kuss und ging weiter. Helga war noch immer verwundert, sie dachte aber nicht weiter darüber nach und fuhr nach Hause. Unterwegs kaufte sie noch etwas ein. Sie wollte Max Lieblingsessen kochen, das war gefüllte Kartoffel mit Salat. Bevor sie zu kochen begann, duschte sie und zog sich etwas frisches an. Danach bereitete sie sich wieder auf die bevorstehende Prüfung vor. Kurz bevor Max kam, gab sie die gefüllten Kartoffel in das Backrohr.

Max kam nach Hause und das Essen war auch schon fertig, die kurze und schnelle Verabschiedung tat Max leid, deshalb kaufte er für Helga einen schönen Blumenstrauß.

Helga war noch in der Küche, als Max mit dem Strauß in die Küche kam.

„Es tut mir leid, wie ich mich in der Uni...“, begann er und gab Helga den Blumenstrauß.

„Dankeschön.“

Helga nahm den Strauß und gab Max einen Kuss.

 

„Du kommst gerade richtig.“; sagte sie. „Das Essen ist schon fertig, ich such nur eine Vase.“

„Ich richte das Essen her.“

Max begann den Tisch zu decken, während dem dachte er an Aysha.

„Warum ruft gerade jetzt die Botschaft wegen Aysha an!“, dachte er. „Ich möchte nichts mehr von ihr wissen! Helga ist meine Frau und unser Baby, wir sind eine Familie.“

„Es kann aber auch sein, dass du mit Aysha auch ein Kind hast.“, hörte er wieder Herrn Hanfnagel.

„Das ist aber nicht so!“, antwortete Max.

„Bist du dir sicher?“, wollte Herr Hanfnagel wissen. „Es kann passiert sein, nur du weißt nichts davon.“

Max stellte die Gläser hin und stand bewegungslos beim Tisch.

„Max, was hast du denn!“, sagte Helga und rüttelte ihn.“ Max!“

„Ja, was ist denn?“, war Max irritiert.

„Du bist so steif dagestanden, was war denn?“

„Nichts, ich hab eben großen Hunger und es riecht so gut!“

Max deckte den Tisch weiter, während Helga die Blumenvase auf ein Regal stellte.

„Wir können essen!“, sagte Max.

Helga erzählt von Gitti, aber Max hörte nicht zu. Er dachte wieder an Aysha.

„Vielleicht sollte ich doch wieder nach Kairo fliegen.“, dachte er.

„Wenn du das machst, dann hast du Helga und eure Kinder für immer verloren, Aysha wirst du auch nicht finden, du wirst allein sein!“, ermahnte ihn Herr Hanfnagel. „Überleg dir genau, was du machen wirst!“

Max schüttelte seinen Kopf.

„Was ist?“, wollte Helga wissen.

„Was ist?“, fragte Max, es kam ihm vor, als ob er geträumt hätte.

„Max, ist alles in Ordnung?“

Helga schaute ihn besorgt an.

„Ja, ich bin nur etwas müde.“, gab Max zur Antwort. „Ich denke auch über unsere Kinder nach.“

„Welche Kinder? Ich bekomm doch erst eines.“, sagte Helga.

„Ja, aber möchtest du nicht noch eines oder zwei?“, fragte Max und lächelte.

„Momentan hab ich mit dem einen genug.“, gab Helga zur Antwort. „Über ein zweites oder drittes können wir reden, wenn es groß genug ist.“

Max nickte und sagte: „Du hast recht, jetzt müssen wir an unser erstes Kind denken.“

 

Nachdem sie den Tisch abgeräumt hatten, gingen sie schlafen. Aber Max konnte nicht schlafen, wenn er die Augen schloss sah er Aysha.

 

 

4. KAPITEL

 

Während Max und Helga zusammenlebten und sich auf ihr Kind freuten, lebte Aysha in einem kleinen Dorf in der Nähe von Kairo. Sie hatte einen vierjährigen Sohn, er hieß Haytham. Aber Aysha ging es nicht so gut, weil sie schon ein Kind hatte, war sie bei den Bewohnern keine anständige Frau. Auch Haytham hatte keine Freunde, er war heller als die anderen. Aber das machte den beiden nichts, sie waren zusammen und das machte ihre Situation einfacher.

Aysha erzählte ihrem Sohn oft von Max.

„Du wirst sehen, dein Papa wird kommen, er wird eines Tages vor dir stehen und dann wird er dich nach Österreich holen.“, sagte Aysha.

„Aber du kommst auch mit!“, antwortete Haytham.

„Natürlich, mein Schatz! Wir werden in Österreich sehr glücklich sein!“, gab Aysha zur Antwort, sie gab ihrem Sohn einen Kuss.

Sie lebten in einer kleinen Hütte, Asyha hatte sie so gut es ging mit alten Möbel eingerichtet, die hatte sie von einem Tischler bekommen.

Die Hütte gehörte ihm, sie durfte so lange bleiben wie der Mann wollte, Aysha musste auch keine Miete zahlen: Dafür musste sie für den Tischler arbeiten. So konnte sie ihrem Sohn ein halbwegs gutes Leben bieten.

„Kommt Ruth heute?“, wollte Haytham wissen.“ Musst du wieder zu Mustafa?“

„Ja, wir brauchen ja Geld zum Einkaufen.“, gab Aysha zur Antwort. „Ruth kommt bald.“

„Hoffentlich bringt sie etwas vom Markt mit!“, sagte Haytham.

Aysha schaute ihren Sohn an und schüttelte den Kopf.

„Ruth!“, sagte Haytham, als sie in die Hütte kam, er lief zu ihr und umarmte sie.

Ruth gab ihm einen Kuss, dann begrüßte sie Aysha.

„Wie geht es euch?“, wollte Ruth wissen.

„Es hat sich nichts verändert.“, gab Aysha zur Antwort.

„Hast du etwas vom Markt mitgebracht?“, unterbrach Haytham die Unterhaltung.

Ruth lächelte und holte eine Handvoll Datteln aus ihrer Tasche. Haytham freute sich sehr über das Geschenk. Inzwischen gab Ruth noch zwei Stück Fladenbrot und etwas Obst und Gemüse Aysha.

„Ich kann euch morgen ein Stück Fleisch bringen.“, sagte Ruth.

Aysha bedankte sich: „Was würden wir ohne dich machen!“

Aber Ruth antwortete: „Es ist doch normal Freunden zu helfen! Aysha, du musst gehen, sonst wird Mustafa wieder wütend!“

Aysha erschrak und verabschiedete sich, sie lief zur Werkstatt von Mustafa.

„Da bist du ja endlich!“, begrüßte er sie. „Mach mein Frühstück, ich hab schon Hunger!“

Aysha ging sofort in die Küche und machte Tee, anschließend brachte sie Mustafa den Tee, Fladenbrot und Datteln. Aysha hatte Hunger, aber sie sagte nichts, sie wartete bis Mustafa fertig war. Wenn sie Glück hatte, konnte sie die Reste vom Frühstück essen, heute hatte er nichts übrig gelassen. Aysha musste mit Mustafas Mutter zum Markt gehen, sie half der Mutter beim Tragen, ab und zu bekam sie auch von den Händlern ein Stück Brot oder etwas Obst.

Aber heute hatte sie kein Glück, auch auf dem Markt bekam sie nichts. Aysha war schon schlecht, sie hatte schon großen Hunger und Durst. Nachdem der Einkauf erledigt war, gingen sie wieder nach Hause. Aysha konnte nicht mehr, sie brach zusammen.

„Aysha, steh auf!“, rief Mustafas Mutter. „Schlafen kannst du zu Hause!“

Aysha wurde von Mustafas Mutter mit den Füßen gestoßen.

„Du faules Ding! Das werde ich Mustafa sagen!“

 

Inzwischen hatten sich die Bewohner um Aysha versammelt.

„Lass sie doch einfach liegen!“, brüllte eine Frau. „Dann ist sie endlich weg!“

Die Menschen stimmten zu.

Langsam kam Aysha wieder zu sich, vorsichtig stand sie auf, nahm die Tasche und ging weiter.

„Da seht ihr, sie ist einfach nur faul!“, sagte die Frau.

Mustafas Mutter folgte Aysha.

„Wenn das noch einmal vorkommt, dann muss ich es Mustafa sagen!“, flüsterte sie.“ Wenn du nicht schon ein Kind hättest, dann würde dich Mustafa sofort heiraten, aber so ist das unmöglich! Warum hast du dich auch mit einem Ausländer eingelassen? Du siehst ja, was du jetzt davon hast, ein Balg und der Vater ist weg und kommt nicht mehr!“

Aysha begann leise zu weinen. Sie wollte antworten, aber das durfte sie nicht, sonst hätte Mustafa sie wieder in sein Haus eingesperrt und missbraucht. Bis sie beim Haus waren, hatte sich Aysha beruhigt, sie brachte alles in die Küche und begann mit dem Mittagessen. Sie hielt es nicht mehr aus, der Hunger war zu groß, rasch brach sie ein Stück Brot ab und stopfte es in den Mund, sie zerkaute es, so schnell sie konnte. Sie wollte noch ein Stück Brot abbrechen, als Mustafa sie rief.

 

 

„Aysha komm! Ich muss in das Nachbardorf und du musst mitkommen, du musst für mich kochen, so lange wir dort sind!“, sagte er. „Außerdem wirst du zu den Männern freundlich sein!"

Dabei schaute er sie gierig an, Aysha hatte das Gefühl, als ob er sie mit den Augen auszog.

Aysha wusste, was er meinte und begann innerlich zu zittern.

„Es wird vorbeigehen, wie bei den anderen.", dachte sie und spürte, wie ihr ein paar Tränen über das Gesicht liefen.

„Ich muss vorher zu meinen Sohn.“, sagte sie leise, dabei schaute sie Mustafa ängstlich an.

„Meinetwegen, aber beeil dich!“

Aysha lief zu ihrer Hütte und sagte Ruth und Haytham, dass sie ein paar Tage im Nachbardorf ist.

„Mach dir keine Sorgen, ich bleib so lange da.“, antwortete Ruth. „Hast du etwas gegessen?“

Aysha schüttelte den Kopf und aß ein paar Dattel und ein großes Stück Brot. Ruth packte ihr etwas Proviant ein, Aysha versteckte ihn unter ihrem Kleid, dann verabschiedete sie sich von ihrem Sohn und Ruth.

Aysha ging es besser, ihr Hunger war gestillt und sie hatte etwas zum Essen mit. Mustafa wartete schon ungeduldig in seinem alten, rostigen Toyota, er hatte ihn vor ein paar Wochen am Dorfrand entdeckt.

„Na komm schon!“, sagte er.

Aysha stieg rasch ein und Mustafa fuhr los. Sie betete, dass auf der Reise nichts passierte und sie gesund zu ihrem Sohn kam.

 

 

5. KAPITEL

 

Aber davon wusste Max nichts, er stand am nächsten Morgen auf und machte für Helga das Frühstück, er wollte sie überraschen und seine schlechte Laune vom Vorabend wieder gut machen. Nachdem er fertig war, weckte er Helga auf.

Er gab ihr einen Kuss und sagte: „Guten Morgen, das Frühstück ist schon fertig."

Er gab ihr noch einen Kuss, langsam wurde Helga wach und öffnete ihre Augen.

„Guten Morgen.“, flüsterte sie und legte ihre Arme um Max Hals und küsste ihn.

„Hast du gut geschlafen?“, wollte Max wissen.

Helga lächelte und nickte.

„Ich hab von unserem Baby geträumt und ich hab gesehen, was es wird.“

„Sag es mir bitte nicht.“

Helga lachte und setzte sich auf.

„Wir sollten das Frühstück nicht kalt werden lassen.“, sagte sie.

Nachdem Helga aufgestanden war, liefen sie in die Küche.

„Das sieht ja toll aus!“

Helga gab Max einen Kuss und setzte sich zum Tisch.

„Wenn ich heute nicht arbeiten müsste, würde wir heute einen Ausflug machen oder auf der Mariahilferstraße Geschenke einkaufen.“, sagte Max.

„Wir können doch am Nachmittag einkaufen.“, schlug Helga vor.

„Ja.“, gab Max zur Antwort. „Musst du heute arbeiten?“

„Ich hab heute frei, ich kann dich abholen.“

Max war einverstanden, er war sehr glücklich, die beiden genossen das Frühstück.

„Ja Himmel!“, rief Max.“ Ich komm zu spät!“

Er sprang auf dabei fiel sein Häferl um und der Kaffee lief über das Tischtuch. Max wollte es wegwischen, aber Helga sagte: „Geh ins Bad, ich mach das schon.“

Max gab ihr einen Kuss und ging in das Bad, nach ein paar Minuten war er fertig, danach zog er sich an.

„Wir sehen uns um ein Uhr.“, verabschiedete er sich von Helga.

Nach dem er weg war, wollte Helga in das Bad gehen, als ihr Handy läutete. Sie meldete sich und sie erschrak, als sie Alis Stimme hörte.

 

 

„Wie geht es dir?“, wollte er wissen. „Es tut mir leid, dass ich mich erst jetzt melde, aber ein Onkel ist gestorben und da konnten wir nicht fliegen, das verstehst du doch?“

Es dauerte ein paar Sekunden bis sich Helge wieder gefangen hatte, dann antwortete sie: „Jetzt geht es mir wieder gut, Gott sei Dank! Als du weg warst und ich nichts mehr von dir gehört habe, ist es mir lange sehr schlecht gegangen. Aber dann hab ich einen Bekannten wieder getroffen und mir ging es besser, jetzt sind wir fast vier Jahre zusammen und ich bekomm unser erstes Kind! Es tut mir leid, dass dein Onkel gestorben ist, aber du hättetst dich melden können! Und jetzt... mach es gut und melde dich nicht mehr!“

Helga schaltete ihr Handy aus und legte es auf den Küchentisch.

„Der ist gut, meldet sich nicht und glaubt ich warte auf ihn!“, murmelte Helga und wollte ins Badezimmer gehen, als das Telefon wieder läutete.

„Was ist denn noch!“, wollte Helga gereizt wissen.

„Was soll denn sein?“, war Helgas Mutter erstaunt.

„Entschuldige, Mama!“, sagte Helga. „Aber ich hatte gerade einen unangenehmen Anruf! Es war Ali!“

Für einen Moment war auch Frau Napoca sprachlos.

„Ali hat dich angerufen?“, wollte sie wissen.

„Ja, aber ich hab ihm gesagt, dass ich mit jemanden zusammen bin und ein Kind bekomme, er soll mich nicht mehr anrufen!“

„Das hast du gut gemacht.“, sagte Frau Napoca. „Erzählst du es Max?“

„Das weiß ich nicht.“, gab Helga zur Antwort. „Ich möchte aber vor Max keine Geheimnisse haben.“

„Dann musst du es ihm sagen.“, sagte Helgas Mutter. „Ich ruf eigentlich an, weil ich wissen möchte, wann ihr zu Weihnachten kommt?“

„Darüber haben wir noch gar nicht gesprochen, ich ruf dich heute noch an.“, versprach Helga. „Gehts dir gut?“

„Ja, ich fühl mich wohl und es ist alles in Ordnung!“, sagte Frau Napoca. „Papa und ich sind wieder sehr glücklich!“

„Das freut mich.“, antwortete Helga. „Mama, wir müssen aufhören, ich treff mich mit Max und muss noch für eine Prüfung lernen, ich ruf dich am Abend an.“

„Ist schon gut, grüß Max von uns!“, verabschiedete sich Helgas Mutter.

Helga ging in das Badezimmer, nachdem sie sich verabschiedet hatte.

„Warum ruft er an?“, murmelte sie. „Ich möchte ihn nicht mehr sehen, es war schwer genug die Zeit als er weg war, ich bin jetzt mit Max glücklich! Daran möchte ich nichts ändern!“

Helga stieg in die Dusche, aber es nützte nichts, sie musste wieder an Ali denken.

„Vielleicht hätte ich doch warten sollen.“, dachte sie.“ Aber ich hab ja nicht gewusst, ob er sich melden wird.“

Helga war verwirrt, sie stieg wieder aus der Dusche und vergaß das Wasser abzudrehen, außerdem fiel ihr der Waschlappen aus der Hand und verstopfte den Abfluss. Aber davon bemerkte Helga nichts, sie trocknete sich ab und ging in das Schlafzimmer und zog sich an.

Danach ging sie in die Küche und räumte das Frühstücksgeschirr weg. Als sie aus dem Badezimmer ein leises plätschern hörte, lief sie hin und wurde böse, als sie sah, dass Wasser über den Rand der Dusche lief und sich über den Boden verteilte.

„Das darf doch nicht wahr sein!“, jammerte sie. „Ich Depp hab das Wasser nicht abgedreht!“

Nachdem sie das Wasser abgedreht hatte, befreite sie den Abfluss vom Waschlappen und das Wasser konnte wieder abfließen. Nach ein paar Minuten hatte Helga das Wasser aufgewischt und das Badezimmer war wieder sauber.

„Das hätte ich mir auch ersparen können.“, murmelte sie, als sie fertig war. „Ich sollte noch etwas lernen.“

Helga stand unentschlossen im Bad, sie hatte keine Lust, der Anruf von Ali hatte sie doch mehr irritiert als sie dachte.

„Es nützt nichts, übermorgen ist die Prüfung!“, sagte sie und ging ins Wohnzimmer. Dort setzte sie sich zum Tisch und begann zu lernen. Aber jetzt war sie so motiviert, dass sie die Zeit vergaß.

„Was ist heute nur los!“, war sie wieder etwas böse.

 

 

Als ihr Baby zu strampeln begann, strich sie sich über den Bauch und sagte: „Entschuldige meine Kleine, deine Mama ist ein bisschen nervös, du brauchst keine Angst haben.“

Langsam beruhigte sich das Baby. Helga ging in das Schlafzimmer und zog sich um. Nachdem sie fertig war, fuhr sie mit der Straßenbahn zur Universität. Max wartete vor dem Kaffeehaus auf Helga.

 

 

6. KAPITEL

 

„Ist alles in Ordnung?“, war Max besorgt.“ Ich wollte schon anrufen!“

Helga gab ihm einen Kuss und antwortete:“ Unserem Baby geht’s gut, zuerst hab ich im Bad das Wasser nicht abgedreht dann ist der Waschlappen ist heruntergefallen und hat den Abfluss verstopft. Natürlich ist das Wasser übergelaufen und im Badezimmer war eine kleine Überschwemmung.“

Max lachte.

„Ich weiß schon, nachdem du im Bad alle Spuren beseitigt hast, warst du in deine Bücher so vertieft, dass du unsere Verabredung fast vergessen hast.“

Helga nickte.

„Aber jetzt können wir Weihnachtsgeschenke kaufen!“, sagte Helga.

 

Max nahm sie an der Hand und sie gingen zur Straßenbahn. Sie fuhren in die Mariahilferstraße.

„Für unser Baby kaufen wir auch schon kleine Geschenke.“, sagte Helga.

„Aber sicher!“, stimmte Max zu.

Helga und Max freuten sich, zum ersten Mal kauften sie etwas für ihr Kind. Für Helga und Max waren es besondere Weihnachten die sie nie vergessen würden. Max nahm Helgas Hand und drückte sie, Helga lächelte glücklich.

Als sie beim Westbahnhof ausstiegen und zur Mariahilferstraße gingen, waren die beiden von der Menschenmenge überrascht.

„Möchtest du wirklich heute einkaufen?“, fragte Max.

„Es ist egal, wann wir einkaufen die Menschen werden auch morgen hier sein.“, gab Helga zur Antwort. „Wir sind jetzt hier, also gehen wir auch einkaufen.“

Helga gab Max einen Kuss.

„Wenn es dir zu viel wird, dann sag es mir.“

„Mach ich.“, sagte Helga.“ Können wir uns jetzt in die Menge stürzen?“

Max wusste, er konnte Helga nicht umstimmen, deswegen sagte er nichts mehr. Helga nahm seine Hand und ging weiter.

„Du wirst sehen, es wird dir sehr viel Spaß machen.“, flüsterte Helga.

Max schaute sie skeptisch an. Aber Helga hatte Recht, langsam machte ihn der Einkaufsbummel Spaß, er geriet in einen Kaufrausch. Am Abend hatten sie für alle, auch für ihr Baby, Geschenke gekauft. Damit sie die vielen Sackerl und Taschen nicht herumtragen mussten, hatte Max in den Geschäften ihre Adresse angegeben, damit alles ins Haus gebracht wurde.

„Jetzt müssen wir uns stärken!“, sagte Max glücklich.

Helga stimmte zu.

„Und wohin gehen wir?“

„Das weiß ich nicht, aber wir werden schon etwas finden.“, gab Max zur Antwort.

„Ich hab schon was entdeckt!“, sagte Helga nach ein paar Minuten und blieb vor einen Würstelstand stehen.

„Das ist aber nur für den kleinen Hunger.“, sagte Max.“ Für den großen Hunger gehen wir in ein richtiges Restaurant.“

„Gehen wir zu Zava?“

„Er ist jetzt nicht da.“, antwortete Max.“ Im Winter ist er immer in Ägypten.“

Als Max das gesagt hatte, fiel Helga Ali wieder ein, ihre Augen verloren den glücklichen Glanz und auch ihr Lächeln verschwand.

„Ist alles in Ordnung?“, wollte Max wissen, auch er war nicht mehr so glücklich, er musste an Aysha denken.

„Warum hast du das gesagt, du Idiot!“, dachte er.“ Der Weihnachtszauber ist weg!“

„Das ist aber schade!“, war Helga etwas enttäuscht.

Max nickte und sagte:“ Dann gehen wir halt in ein anderes Restaurant.“

„Wir werden schon eines finden.“, antwortete Helga. „Aber jetzt stillen wir unseren kleinen Hunger.“

Max nickte zustimmend und sie gingen zu dem Würstelstand. Sie kauften zwei Mal Frankfurter mit einer Semmel und Senf. Nachdem sie fertig waren, fuhren sie nach Hause, auf dem nach Hauseweg entdeckten sie ein kleines, gemütliches Gasthaus und sie beschlossen dort zu essen.

Das Restaurant hatte einen nicht zu großen Speiseraum, er waren drei vier Personen Tische und drei zwei Personen Tische im Raum. Durch seine helle Holztäfelung wirkte der Speiseraum einladend.

Auf den Tischen lagen keine karierten Tischtücher, sondern welche mit verschiedenen Landschaftsmotiven. Helga und Max gefiel das und sie fühlten sich sofort wohl.

Sie mussten auch nicht lange warten, bis ein Kellner kam.

„Wir haben keinen Tisch reserviert.“, sagte Max.

„Das ist kein Problem.“, gab der Mann zur Antwort und führte sie zu einen kleinen Tisch.

„Wählen Sie in Ruhe, rufen Sie mich, wenn Sie sich entschieden haben, mein Name ist Hubert.“, sagte er und ging wieder zu seinen Platz.

Max und Helga nahmen die Speisekarten.

„Da gibt’s ja nur Gulasch in verschiedenen Variationen!“, war Helga überrascht.

Auch Max war erstaunt.

„Welches Gulasch nimmst du?“

„Ein Fiakergulasch.“, sagte Helga.“ Das ist ein Rindergulasch mit einem Gurkerl, Spiegelei und einem Semmelknödel.“

„Das nehm ich auch.“, sagte Max.

Nachdem sie bei Hubert bestellt hatten, sagte Helga:“ Mama hat gefragt, wann wir zu Weihnachten kommen.“

„Wir könnten schon eine Woche vor dem vierundzwanzigsten kommen.“, antwortete Max.“ Du hast dann keine Vorlesungen und Prüfungen und ich hab auch schon frei.“

„Dann ruf ich Mama morgen an und sag es ihr, sie wird sich freuen.“

Max lächelte.

„So meine Herrschaften, Ihr Fiakergulasch!“, kam Hubert mit einem großen Tablett auf dem zwei Teller standen.

„Das schaut aber gut aus!“, sagten Max und Helga zugleich.

Während dem Essen war es still, weil es den beiden so gut schmeckte.

 

 

 

7. KAPITEL

 

Es gab aber auch einen anderen Grund, weshalb sie nichts redeten. Max musste an Aysha denken und Helga an Ali. Das verwirrte die beiden.

„Warum denke ich jetzt so oft an Aysha?“, dachte Max. „Ich versteh es nicht.“

Er schüttelte den Kopf. Aber Helga merkte es nicht, denn sie dachte wieder an Ali.

„Warum hat er angerufen!“, war sie verwirrt.“ Ich bin mit Max glücklich und ich bekomm von ihm unser erstes Kind! Ich möchte nichts mehr von Ali wissen! Hoffentlich ruft er nicht mehr an!“

Als sie fertig waren, sagte Max: „Das Gulasch war sehr gut!“

Helga nickte und wischte sich den Mund ab.

„Wir könnten wiedereinmal herkommen.“, sagte sie.

„Das werden wir!“, antwortete Max.

„Hat es den Herrschaften geschmeckt?“, wollte Hubert wissen, während er den Tisch abräumte.

„Es war sehr gut!“, sagte Helga.“ Richten Sie bitte in der Küche einen schönen Gruß aus, es war sehr gut!“

Hubert lächelte und ging mit dem schmutzigen Geschirr in die Küche.

„Ein Dankeschön vom Koch.“, sagte er und servierte zwei Stück Kuchen.

Helga und Max bedankten sich uns aßen das Kuchenstück.

„Wir würden uns freuen, wenn Sie uns bald wieder besuchen.“, sagte Hubert, nachdem Max bezahlt hatte.

Max und Helga waren so satt, dass sie vom Restaurant nach Hause gingen.

Nachdem sie zu Hause waren, machten sie es sich im Wohnzimmer gemütlich.

Aysha ging es nicht so gut, sie musste mit Mustafa, ihrem Arbeitgeber, in das Nachbardorf fahren. Mustafa war immer da, wenn ihn seine Freunde brauchten. Er half ihnen beim Hausbau, bei der Ernte oder wenn sie Vieh verkauften und Aysha musste immer mitkommen.

Sie musste für seine Freunde und für ihn bereit sein, egal was sie wollten. Wenn Aysha deren Wünsche erfüllte, dann war Mustafa zufrieden und Aysha bekam extra Portionen Gemüse, Brot oder Obst. Aber Aysha aß nicht viel davon, sie wollte für ihren Sohn etwas aufheben.

„He, träum nicht!“, stupste sie Mustafa.“ Wir sind bald da, mach dich ein bisschen hübsch!“

Aysha richtete ihre Haare, das war aber nicht einfach, denn Aysha hatte langes, dichtes Haar und ohne Kamm konnte sie es nicht frisieren.

„Das nennst du hübsch?“, fragte Mustafa.“ Da sieht ja mein Besen beser aus! Warte ich helfe dir.“

Er stoppte und stieg aus, auch Aysha stieg aus.