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Inhaltsverzeichnis















Ich bedanke mich sehr herzlich bei meinen Mitmenschen, da sie mir kreativ und emsig als Vorlage für dieses Buch dienten.

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Dr. Anja Pfältzer, geb. 1964 in Gießen, studierte Psychologie, Wirtschaftspädagogik und Rechtswissenschaft (Magister Artium 1999), anschließend Promotion im Fachbereich Arbeits- und Organisationspsychologie.

 

Seit 1987 ist Anja Pfältzer bei der Lufthansa tätig, zunächst als Stewardess (1987-1989), danach als Einsatzkoordinatorin und seit 1999 als Referentin im Trainingsbereich. Sie lebt in Frankfurt am Main.

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Valeria Barth, geb. 1981, studierte Kunst und Grafik Design sowie Illustration. Als freiberufliche Designerin und Illustratorin arbeitet sie für verschiedene Verlage. Ihre besondere Vorliebe gilt dem Entwickeln von Charakteren und dem Comic.

Literaturliste für die wissenschaftlich Interessierten:

Widerborstigkeit: Fühlt sich eine Person in ihrer persönlichen Freiheit eingeengt, ist eine mögliche Reaktion, Widerstand zu zeigen, sich also »reaktant« zu verhalten.

Dickenberger, D., Gniech, G. & Grabitz, H.-J. (1993). Die Theorie der psychologischen Reaktanz. In: D.Frey & M.Irle, Theorien der Sozialpsychologie (S. 243 – 273), Bd1: Kognitive Theorien. Bern: Huber.

 

Fehleinschätzungen: Manchmal schätzt man Situationen falsch ein, ohne es zu merken. Man ist sogar der festen Überzeugung, die eigene Einschätzung sei realitätsnah und man könne im Falle einer herannahenden Gefahr diese erfolgreich in den Griff bekommen.

Haller, L. (Hrsg.) (2003). Risikowahrnehmung und Risikoeinschätzung. Hamburg: Verlag Dr Kovac.

 

Die Anderen: Wir ahmen oftmals Verhaltensweisen nach, die wir beobachtet haben. Durch das Lernen mit Hilfe eines Modells werden neue Verhaltensweisen erlernt oder aber bereits bestehende Verhaltensmuster verändert.

Bandura, A. (1976). Lernen am Modell. Stuttgart: Klett. Bodenmann, G., Perrez, M., Schär, M. & Trepp, A. (2004). Klassische Lerntheorien. Grundlagen und Anwendungen in Erziehung und Psychotherapie. Bern: Huber.

 

Das Kribbeln: Menschen haben ein unterschiedliches Bedürfnis nach Abwechslung und neuen Erfahrungen, um so ein individuell optimales Erregungsniveau zu erhalten – teilweise sogar unter Inkaufnahme von Gefahren.

Zuckerman, M. (1979). Sensation Seeking: Beyond the optimal level of arousal. Hillsdale: Erlbaum.

Roth, M. & Hammelsstein, P. (Hrsg.) (2003). Sensation Seeking - Konzeption, Diagnostik und Anwendung. Göttingen: Hogrefe.

 

Erfolg: Ob Menschen gegen Regeln verstoßen oder nicht, hängt nicht nur von der erwarteten Höhe der Strafe ab, sondern insbesondere auch von der vermuteten Wahrscheinlichkeit, ob man erwischt wird.

Lamnek, S., Olbrich, G. & Schäfer, W.J. (2000). Tatort Sozialstaat: Schwarzarbeit, Leistungsmissbrauch, Steuerhinterziehung und ihre (Hinter)Gründe. Opladen: Leske + Budrich.

 

Rechtfertigungsstrategien: Es kann die Situation auftreten, dass man Regeln für durchaus gerechtfertigt hält und trotzdem gegen sie verstößt. Um sich nun selbst vor Schuldgefühlen zu schützen, wendet man unterschiedliche Strategien der Rechtfertigung an.

Sykes, G.M. & Matza, D. (1968). Techniken der Neutralisierung. Eine Theorie der Delinquenz. In: Sack, F. & König, R. (Hrsg.), Kriminalsoziologie (S.360 – 371). Frankfurt/M.: Akademische Verlagsgesellschaft.

 

Ärgeremotion: Ärgeremotionen entstehen u.a. dann, wenn wir etwa das Gefühl haben, wir wurden durch andere Personen geschädigt. Hierbei variiert die Intensität des empfundenen Ärgers je nachdem, ob ich der Person Böswilligkeit, Rücksichtslosigkeit oder Gedankenlosigkeit unterstelle.

Mees, U. (Hrsg.) (1992). Psychologie des Ärgers. Göttingen: Hogrefe.

 

Neuere Literatur zum Nachlesen der Theorien:

Fröhlich, W.D. (2010). Wörterbuch Psychologie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.

Pfältzer, A. (2008). Ursachen sicherheitsrelevanter Regelverstöße deutscher Economy Class Passagiere im Luftverkehr. In: G. Wiendieck (Hrsg.), Hagener Arbeiten zur Organisationspsychologie, Bd. 12. Berlin: LIT Verlag.

Worum es geht

Männer machen es, Frauen sicherlich auch. Und mal ganz ehrlich: Ich selbst mache es sogar ziemlich häufig, manchmal sogar mehrmals täglich. Und Sie sind auch keine Ausnahme, da bin ich mir sicher! Ich bin also nicht die Einzige. Auch, wenn ich mir darüber im Klaren bin, dass Sie nicht offen darüber reden. Also bis auf wenige Einzelfälle.

Mir jedenfalls reicht’s. Ich werde nicht länger schweigen und deswegen sage ich es hier und jetzt, schonungslos und unverblümt: Ich bin ein Regelflegel, und die Welt ist voll davon.

Und? Denken Sie jetzt: Von »Regelflegeln« habe ich noch nie etwas gehört? Na, dann herzlichen Glückwunsch. Sie haben bei sich eine echte Bildungslücke entdeckt. Das ist schockierend, aber nicht irreparabel. Also: Regelflegel erkennt man zumeist auf den ersten Blick, mitunter hat man jedoch auch lediglich einen leisen Verdacht. Sie sind nicht immer einfach auszumachen, denn es gibt sie in ganz unterschiedlicher Ausführung: Als große, kleine, dicke, dünne, blonde, brünette und auch solche ganz ohne Haare. Zudem trifft man sie nahezu überall, so etwa zu Hause, auf dem Balkon oder im Wohnzimmer, im Kaufhaus oder auf der Straße, und gelegentlich auch während des Autofahrens beim Blick in den (Rück-) Spiegel.

Man darf Regelflegel allerdings nicht über einen Kamm scheren. Bei weitem nicht. Manche sind stolz darauf, einer zu sein, andere hingegen eher erschrocken, manche verstoßen gegen Regeln ganz bewusst, andere aus Versehen. Letztendlich flegelt jeder – aber eben jeder anders.

Doch kommen wir zum eigentlichen Punkt: Was sind Sie denn nun für einer? Sind Sie eher ein Möchtegern-Flegel, der das eine sagt und das andere macht, aber das äußerst konsequent? Oder sind Sie gar ein Trickser, der zwar ahnt, dass es Regeln gibt, allerdings sicher weiß, dass diese nur in den seltensten Ausnahmefällen für ihn gelten und der zudem ein gesteigertes Interesse an den Verstößen anderer hat, denn man kann ja immer dazu lernen?

Doch das ist längst nicht alles. Weitere Fragen schreien regelrecht nach Antworten: Warum verstoßen wir überhaupt gegen Regeln? Und noch viel interessanter: Warum verstoßen eher Männer als Frauen dagegen, so etwa die schnittigen, geschniegelten, die die Stufen der Karriereleiter nach oben sprinten? Oder die lässig Alternativen, mit oder ohne Bart, die Selbstgedrehte rauchen. Von denen mit Sandalen, hinten geschlossen, vorne offen, damit man die weißen Socken besser sieht, ganz zu schweigen.

Und überhaupt: Wie sieht es damit bei uns Deutschen aus? Ist das leicht Pedantische typisch oder gibt es gar Abweichungen, die einen eher in Erstaunen versetzen?

Wenn es Sie zudem auch noch interessiert, warum sich Ihre Mitmenschen gnadenloserweise häufig so verhalten, dass Sie sich darüber ärgern müssen oder auch, warum Sie sich selbst oftmals cleverer als andere fühlen, dann werfen Sie einen Blick in dieses Buch – aber bitteschön regeltreu. Die Kapitel sind hierbei nacheinander zu lesen, innerhalb der Kapitel sind Seiten nicht zu überspringen und zum letzen Kapitel ist keinesfalls vorzublättern.

Ach ja, und eines sei noch angemerkt: Hier geht es nicht darum, das Flegeln gegen Regeln an sich als verwerflich, widerborstig oder auch als asozial zu verurteilen, nein, nein, ganz und gar nicht, ich bin ja schließlich auch eine von denen bzw. besser gesagt: Eine von Ihnen. Wichtig ist doch vielmehr, nicht einfach nur so herumzuflegeln, also ohne Sinn und Verstand. Flegeln will vielmehr durchdacht sein, und das hat durchaus komplizierte Momente. Doch überzeugen Sie sich selbst.