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© für die Originalausgabe: 2009 LangenMüller in der
F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München
© für das eBook: 2012 LangenMüller in der
F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München
Alle Rechte vorbehalten
Umschlaggestaltung: Wolfgang Heinzel
Umschlagzeichnung: Simona Petrauskaite
Herstellung und Satz: VerlagsService Dr. Helmut Neuberger
& Karl Schaumann GmbH, Heimstetten
eBook-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

ISBN 978-3-7844-8107-4

Inhalt

Für Jan Philip
mit Niclas und Phil

Mittagsschlaf ist so gesund

»Es ist alles eine Frage der Erziehung«, sagt Paul. »Wenn es euch gelingen würde, den Jungen von der Richtigkeit und Notwendigkeit einer Sache zu überzeugen, gäbe es überhaupt keine Schwierigkeiten.«

»Na, dann mach mal«, sage ich und lege mich auf die Terrasse.

»Was denn?«, fragt er, gereizt durch meine so aufreizend bürgerlich über dem Magen gefalteten Hände, die eine längere Passivität ankündigen.

»Überzeuge einen hellwachen Jungen von der Notwendigkeit, Mittagsschlaf zu halten. Und vergiss dabei nicht – es handelt sich um deinen Jungen.«

»Na und?«, sagt er. »Na und?«

Um mir den Beweis für die Richtigkeit seiner Theorie bringen zu können, muss er das muntere Kerlchen erst einmal einfangen.

Fängt es auch. Trägt es – unter den Arm geklemmt – an mir vorbei. Spricht begütigend auf sein Gezappel ein. Spricht von »Gesundheit … Wachstum – alle Kinder müssen mittags … Papi und Mami möchten auch gerne …«

Beide gehen ab. Aber nur kurz.

Nach einer Minute ist Philip wieder da – mit herunterhängenden Hosen und Nachttopf. Nimmt gesellig neben mir Platz. Er hat gern Unterhaltung dabei. Sein Vater hebt ihn vom Topf.

Schimpft: »Das ist doch alles Falle. Du musst ja gar nicht. Du willst bloß Zeit gewinnen. Nicht bei mir!«

»Ich denke, du wolltest ihn von der Notwendigkeit des Mittagsschlafes überzeugen?«, sage ich hinter den beiden her.

Sie verschwinden gemeinsam im Bad. Geräusche werden laut, die auf einen harten Nahkampf schließen lassen. Aha. Händewaschen. Philip bringt von diesem Unternehmen leidlich saubere Finger mit und sein Vater nasse Hosen.

Vater hebt Sohn ins Gitterbett, das bis vor zwei Monaten noch eine Festung war, auf deren Unüberwindlichkeit sich die Erziehungsberechtigten getrost verlassen konnten.

Seit der ersten selbstständigen Übersteigung der Gitter sind dieselben zum Turngerät degradiert, aber mit der nötigen Überzeugungskraft …

Philip streckt sich brav auf dem Laken aus, lässt sich zudecken und wünscht: »Nun sing, mein Paul.« Keiner, der seinen Paul jemals singen hörte, fordert ihn ein zweites Mal dazu auf. Aber Philip liebt die Stimme seines Herrn, liebt jede Stimme, die ihm beim Einschlafen Gesellschaft leistet. Er lutscht sich auf zwei Fingern ins Schlafdämmer hinüber. Vater schleicht auf Zehenspitzen aus dem Kinderzimmer.

»Nacht, mein Paul«, flüstert Philip hinter ihm her.

»Ich weiß gar nicht, was du willst. Von mir lässt er sich ohne Widerspruch ins Bett bringen«, sagt Paul mit milder Anklage zu mir.

»Das liegt am Zauber deines Baritons«, sage ich, »der haut jeden um.« Und bin ein bisschen böse auf Philip: Warum bei seinem Vater sofort – warum bei mir nie?

Da geht die Tür auf, und ein glückliches Kinderstrahlen wird unterhalb der Klinke sichtbar.

»Philip wieder da.«

»Und auf bloßen Füßen!«, tobt sein enttäuschter Pädagoge. »Hast du keine Hausschuhe?«

»Hat Philip in Hand.« Zum Beweis hebt er seine Tüffel hoch und will es sich schon gemütlich bei uns machen, da steht die Ohoh auf.

Die Ohoh ist seine Großmutter-auf-Besuch und wenn sie es für richtig hält, hat sie einen harten Griff. Das weiß ich noch aus meiner Kindheit. Philip und Ohoh verschwinden samt Tüffeln im Kinderzimmer.

»Tss«, macht Paul. Stocksauer. Schwiegermutter will Schwiegersohn beweisen, dass Schwiegermutter in der Lage ist, dafür zu sorgen, dass Junge ins Bett geht und vor allem – auch drin bleibt.

»Sie wird ihm drohen«, sagt er, als keiner von beiden wiederkommt. »Na ja, mit Strenge kann man in dem Alter noch alles erreichen, aber die Folgen! Denk doch bloß mal an die Folgen! Verklemmte, hemmungsbelastete Schattenkreaturen! Wie soll sich denn auch eine Persönlichkeit entfalten, wenn sie von klein auf zu bedingungslosem Gehorsam erzogen wird?«

»Sprichst du von deinem Sohn?«, frage ich.

»Natürlich.« Er sieht mich an. Ganz wild. »Du sollst nicht grinsen, verdammt noch mal!«

Philip in seinem Kinderzimmer macht indessen keine Schwierigkeiten. Er ist absolut bereit, sich hinzulegen. Er hat vorher nur noch eine kleine Bitte: Die Ohoh soll ihm zuschauen, wie er das Gitter seines Bettes von außen übersteigt. Und wenn er dann hineinplumpst, soll sie »Bravo« rufen. Durch bewusste Fehlstarts und verschämte Fisimatenten gelingt es ihm, diese artistische Nummer auf zehn Minuten auszudehnen.

Die Ohoh klatscht Bravo.

Philip: »Noch mal?«

Die Ohoh: »Das war sehr schön, aber nun wird geschlafen. Sonst holt die Ohoh den Stock.«

»Stock liegt da oben«, sagt Philip und zeigt erklärend auf den Schrank, damit sie im gegebenen Fall nicht allzu lange suchen muss. Danach winkt er sie höflich, aber bestimmt zur Tür hinaus.

»Philip nun seine Ruhe haben. Nun!«

»Kriege ich vorher noch ein Küsschen?«

»Nein«, sagt er ablehnend, »vier Uhr.«

Alle Unternehmungen, zu denen er nicht sofort bereit ist, verschiebt er gern auf diese Tagesstunde.

Ohoh stellt sich auf der Terrasse ein.

»Naaa?«

»Wir werden sehen«, sagt sie vorsichtig.

Spannungsgeladenes Schweigen.

Aber es kommt kein Philip.

Ohoh lächelt erleichtert.

Paul, giftig: »Zufall.« Jetzt fühlt er sich von seinem Sohn im Stich gelassen. Hält der Bengel zur Schwiegermutter. »Was hast du mit ihm gemacht?«

»Nichts. Weder angebunden, verdroschen noch bedroht.«

»Vielleicht ist er wirklich müde«, versuche ich zwischen uns dreien zu vermitteln.

An sich könnten wir uns jetzt auch hinlegen, aber vorher will Philips Paul noch mal gucken, ob Philip auch wirklich schläft.

Die Ohoh zu mir: »Wetten, dass er ihn jetzt absichtlich wach macht, bloß weil er mir nicht gönnt, dass es mir gelungen ist –«

Ein Ausruf des Entsetzens unterbricht ihre schwiegermütterlichen Vermutungen.

Wir stürzen gleichzeitig durch die Tür des Kinderzimmers. Finden Folgendes vor: einen triumphierenden Schwiegersohn. Einen hellwachen, rot geschminkten Clown im Bett. Geschminkte Bezüge, Gitter, Tapeten – so weit er eben langen konnte.

Die Ohoh: »Ach Gott, mein Lippenstift!«

Paul: »Deshalb war er so ruhig!«

Philip, selbstzufrieden: »Philip aber schön malen!«

Ich: »Na warte, jetzt setzt’s was!« und hole aus.

Philip, beschwörend: »Vier Uhr!«

Ich wüsste auch gar nicht, wo ich im Augenblick zuhauen sollte. Er färbt überall ab.

Vater expediert Sohn in Badewanne. Ohoh zieht Betten ab und neu auf, guckt dabei auf die Tapete, an der ich vergebens herumschrubbe.

»Du musst zugeben, dass seine Zeichnung gar nicht so schlecht ist – vom abstrakten Gesichtspunkt. Es liegt was drin.«

»O ja«, sage ich, »dein ganzer, neuer Lippenstift.«

Philip kehrt – nur noch hellrot – in sein Bett zurück. Gemeinsam betrachten wir sein Wandgemälde.

»Das darfst du nie wieder tun, hörst du? Wir müssen neu tapezieren lassen, das kostet viel Geld. Vielleicht müssen wir sogar ausziehen, und wo sollen wir dann hin?«

Interessiert ihn überhaupt nicht. »Hat Mami Bombom?«

»Nein, ich habe keinen, und du wirst jetzt schlafen, verdammt noch mal.«

»Aber Ohoh hat.«

»Ohoh hat auch keine für ungezogene Enkel. Versprich mir, dass du nie wieder …«

»Ohoh hat Bombom im Mantel.« Er will schon aussteigen und auf den Flur rennen zur Garderobe, um mir zu beweisen, dass Ohoh in der Manteltasche Bonbons hat.

O Gott. Andere Eltern legen ihre Gören mittags hin, und die schlafen. Schlafen freiwillig.

Warum ist bei uns alles Aufstand, Umstand, kurz – so mühsam!?

Ich gehe aus dem Kinderzimmer. Philip folgt mir auf dem Fuße. Noch enger – sozusagen Ferse-Zehen – folgt er mir. Ich dreh mich um und hau auf sein Windelpack – tut ihm ja nicht weh. Empört ihn bloß.

»Is eine Verschämtheit, Philip ßu hauen!« Er marschiert freiwillig zurück. Ist beleidigt. Aber nur kurz. Kommt gleich wieder mit Kasperle, um eine Vorstellung zu geben. Ist so gesellig veranlagt. Besonders, wenn er schlafen soll.

Ein zähes Kerlchen. »Lass ihn hier«, sage ich. »Wenn wir jetzt nachgeben, macht er mit uns, was er will«, sagt sein Vater.

»Das macht er doch jetzt schon«, sagt die Ohoh.

»Wenn wir ihn einschließen, brüllt er das ganze Haus zusammen. Das geht nicht, wir haben schon genug Ärger.«

»Und außerdem – womit willst du denn was in dieser Wohnung noch abschließen? Kannst du mir das mal sagen, bitte schön?«

Philip hat alle Schlüssel abgezogen und in das Kellerfenster der Mieterin fallen lassen, die zurzeit bei ihrer Tochter in Chicago weilt.

Mir kommt eine andere Idee. Das ist eine ganz schlimme Idee. Darf man keinem erzählen, schon gar nicht einem Pädagogen.

Mir ist der Otto Noack eingefallen.

Der Otto Noack war mein Hund, bis ich mich verheiratete. In der Aussteuer von Philips Vater befand sich ebenfalls ein Spaniel, eine Hündin.

Den Otto interessieren keine Geschlechtsunterschiede. Den Otto interessiert bloß das Umlegen. Er muss beißen – jeden Hund außer sich selbst. Darum wurde er nach der Hochzeit der Ohoh geschenkt, ob sie wollte oder nicht. Darum liegt der Otto Noack, wenn er uns mit der Ohoh besucht, fest angeleint in der Garderobe. Wenn wir Otto in die Arena, sprich Kinderzimmer, schicken, wird Philip ganz gewiss nicht sein Bett verlassen. Es gibt immerhin drei Dinge, vor denen er großen Respekt hat: die Müllabfuhr, große, dunkle Wolken und den Otto.

Von seinem Gitterbett aus beobachtet er mit verkniffenem Gesicht den tapsig trottenden Einzug des Raubtieres in die Arena. Begrüßt es mit tiefen, eilfertigen Verbeugungen: »Guten Tag, guten Tag, Otto. Philip artig. Philip gleich schlafen.« Wir verlassen das Kinderzimmer, maßlos beschämt, weil wir einen unberechenbaren alten Spaniel holen mussten, um unseren dreifachen Willen durchzusetzen.

Die Ohoh: »Wenn er trotzdem aus dem Bett steigt?«

Philips Paul guckt mich an wie der getaufte Römer, dessen Familie den Löwen vorgeworfen wurde. Das halte ich nicht aus. Ich öffne die Kinderzimmertür um einen Spalt.

Philips sachlich-bedauernde Stimme von drinnen: »Noch immer nicht. Leider.«

Nein. Er schläft noch immer nicht. Er liegt vor der Bestie auf dem Schafwollteppich und ist gerade damit beschäftigt, seine eigene Bettdecke um Ottos dicken Bauch zu klemmen.

Philip wichtig: »Otto Noack todmüde.«

Als er ins Bett zurück soll, fängt er an zu brüllen. Anfangs fand er unsere Einmischung in seine ureigensten Privatangelegenheiten wie Mittagsschlaf ja ganz unterhaltsam. Jetzt reicht’s ihm. »Philip nun aber böse! Philip Müllabfuhr holt. Nun! Man soll in Ruhe lassen, wer nich will! Nun!«

Die Ohoh schaut mich an. »Du warst so ein unkompliziertes Kind.« Und guckt ihren Schwiegersohn an und sagt nichts. Aber denkt: Das da hat deine Erbmasse eingeschleppt. Nun!

Wir gehen auf die Terrasse zurück. Als letzter kommt Paul, zu Tränen gerührt: »Philip packt. Hat genug von uns. Wir lassen ihm keine Ruhe, sagt er.«

Mit einem Buddeleimer, aus dem ein Funkwagen, eine Unterhose und seine weißen, mit Dokumentenstift bemalten Gummistiefel ragen, schnauft er theatralisch an uns vorbei zur Flurtür.

»Philip geht nun. Tschüss, Ohoh, tschüss Mami, tschüss, mein Paul.«

Weg ist er. In der Garderobe verabschiedet er sich herzlichst vom wieder angeleinten Otto. Dann hören wir seine Schritte auf der Treppe – zwei hinunter, zwei hinauf –, da ist er wieder. Schnauft an uns vorbei, verschwindet wort- und blicklos Richtung Kinderzimmer.

»Vielleicht hat er was vergessen«, sage ich. Aber er kommt nicht wieder.

Ich gehe zu ihm, um ihn anzuziehen für die Einladung heute Nachmittag. Es ist inzwischen vier Uhr geworden.

Aber wir können nicht hingehen. Wir müssen leider absagen, denn Philip ist samt Reisegepäck in sein Gitterbett gestiegen und auf der Stelle eingeschlafen, und wenn er wirklich einmal schläft, dann kann man Kanonen neben ihm abschießen. Dann lässt er sich durch nichts und gar nichts wecken.

Philip hat viel Fantasie

Mit drei Jahren kam Philip in Schwester Robertas Kindergarten. Philip war der einzige Evangele unter lauter katholischen Kindern – was heißt Evangele, er war noch nicht einmal getauft.

Philip war sozusagen ein zugereister Heide, dazu der Jüngste – aber er wusste schon, wie er sich die nötige Beachtung verschaffen konnte. Philip erzählte den anderen Kindern täglich ein »Geheimnis«. Die Kinder erzählten Philips Geheimnis zu Hause weiter. Bald wusste der ganze kleine Ort, in dem wir damals vorübergehend wohnten, von Philips Geheimnissen – nur wir, seine Eltern, kannten sie nicht. Ich wunderte mich, dass die Gespräche abrupt verstummten, wenn ich einen Laden betrat. Man starrte mich wie einen Exoten an. Der Sohn der Gemüsehändlerin machte mir beim Kartoffelabwiegen unsittliche Anträge. Und Philips Vater, der beim Kinderkarneval mit einer Frau Elvira Kürten um die Wette sackhüpfen durfte, wunderte sich hinterher über Frau Kürtens erregtes Gekicher. Pausenlos hatte sie sich mit einem Taschentuch unter den Achseln gewischt … was war denn los mit der?

Unsere Vermieterin grüßte uns plötzlich auch nicht mehr. Sie teilte uns nur schriftlich mit, dass wir ab sofort unseren Hund durchs Treppenhaus zu tragen hätten, wenn er von draußen kam.

Nur Kindergartenschwester Robertas blankes, altersloses, von der Haube gerahmtes Nonnengesicht strahlte arglose Heiterkeit aus, wenn ich ihr begegnete. Denn so blöd war unser kleiner Heide nun wieder nicht, dass er seine Geheimnisse in ihrer Gegenwart ausposaunte. Er ahnte wohl, dass er von ihr keinen Applaus dafür zu erwarten hatte.

Als unsere Zugehfrau vorübergehend in eine Anstalt verschickt wurde, weil sie es trotz dringender Ermahnungen nicht lassen konnte, auf Bänke zu steigen und die »goldene Abendsonne« zu singen, vor allem nachts, meldete sich eine beherzte Raumpflegerin namens Puff bei uns. Die kramte vierzehn Tage lang in unserem Intimleben herum. Ich kam einmal dazu, wie sie die Matratzen auseinandernahm.

»Suchen Sie was Bestimmtes, Frau Puff?«

»Wo sind denn nun die vielen Pistolen von Ihrem Mann?«

»Was für Pistolen?«, fragte ich.

»Na, die er im Bett hat«, sagte sie. »Mit denen er schon zwei Räuber erschossen hat.«

»Mein Mann?« Ich begriff gar nichts.

Es war mir auch neu, dass er einer Tante Marion einen Koffer voll Geld geschenkt hatte, weshalb wir jetzt in Armut lebten.

Frau Puff wollte wissen, ob es stimme, dass mein Mann ein Kind kriegt und nicht ich. Von wem kriegt er’s denn dann? Und warum ich jeden Tag in der Kneipe säße und Schnaps tränke, in welcher denn? Und ob ich den Besitzer vom Kirmeskarussell heiraten würde?

Ich fragte, wer ihr diesen haarsträubenden Blödsinn verkauft habe.

Da war sie ganz beleidigt und sagte, das wüsste doch schließlich jeder im Ort, auch dass unsere Vermieterin eine alte Hexe ist. Das hätte unser Philip erzählt. Und das stimme, die sei eine alte Ziefer. Und wenn eins stimmt, was er sagt, dann ist an dem andern bestimmt auch was Wahres dran.

Was sollten wir tun? Eine Annonce aufgeben: Unser Kleiner spinnt!? – Wir zogen lieber gleich ganz fort. Am meisten freute sich darüber unser Hund, dem es reichte, drei- bis fünfmal täglich durch den Hausflur getragen zu werden.

Wir zogen fort, eine alte Nähmaschine und viele ungelöste Rätsel in jenem kleinen Ort zurücklassend. Unterwegs hatten wir ein langes, ernsthaftes Gespräch mit Philip, das anhaltenden Eindruck bei ihm hinterließ. Es fiel nie wieder blühender Schwindel aus ihm heraus, um sich vor anderen Kindern wichtig zu tun.

Entschuldigungszettel

Es ist kurz nach sieben. Philip öffnet zart die Schlafzimmertür. Seine Mutter schläft. Es tut ihm so leid. Er traut sich nicht, sie zu wecken, deshalb schickt er seine Hundedame hinein. Sie soll der Mutter auf die Brust springen, damit sie aufwacht, ihn in der Schlafzimmertür stehen sieht und fragt: »Was ist denn?«